Anny in Südafrika

Mein neues Projekt: Hope Village

So endlich kommt auch mal wieder ein Blogbericht von mir. Das Internet funktioniert zur Zeit nicht so gut und ich schaffe es einfach nicht meinen Blog zu öffnen.

Mir gefällt es in meinem neuen Projekt Hope Village total super. Montags, Donnerstags und Freitags sind wir in dem einen Kindergarten (Amaphelo). Amaphelo ist für HIV-infizierte Kinder oder Kinder, deren Eltern/Großeltern HIV positiv sind. Es gibt Lehrer dort (oder zumindest haben sie mal ein paar Kurse gemacht), Essen, Klassenräume und einen schönen Spielplatz. Außerdem werden die Kinder von zu Hause abgeholt. Das alles wird durch Spenden finanziert.

Von vielen Kindern dort haben wir haben wir Profile angefertigt mit Fotos und ein paar Informationen. Am Ende soll für jedes Kind eine Art Patenschaft gefunden werden, so dass die Kosten in Amaphelo gedeckt werden können. Mittlerweile wurden auch schon einige Profile in die USA geschickt, wo eine amerikanische Freiwillige Spender suchen will.

Donnerstags machen wir Amaphelo „Unterricht“.  Letzte Woche haben wir so z.B. Mappen gebastelt, in denen die Kinder ihre Bilder sammeln können.  Diese und nächste Woche wollen wir Salzteigtiere machen und diese dann bemalen. Montags und Freitags machen wir keinen Unterricht, da es ja Lehrer gibt, die dies eigentlich tun sollen. An den Tagen helfen wir dann wo wir gebraucht werden.

Dieses Jahr sind ziemlich viele neue Kinder, besonders Babys, gekommen und dort wird jede Hilfe benötigt. In der Babyclass gibt es auch zwei Cousins (circa zwei Jahre alt), die zu Hause gar nicht gut behandelt werden. Sie bekommen nicht genug Essen, werden nicht gebadet oder gewickelt. Beide haben Hungerbäuche und ganz dünne Arme und Beine. Außerdem sind sie in ihrer Entwicklung ziemlich zurückgeblieben. Bei Lucas dachten wir z.B. , er könnte gar nicht laufen. Am ersten Tag saß er auch nur herum und hat uns mit seinen großen traurigen Augen angeschaut. Als Greta ihm dann die Windel gewechselt hat, hat sie entdeckt, dass dort alles aufweicht und entzündet ist. Das war wirklich nicht schön anzusehen. Als Amy dann beim Arzt war, haben wir uns gleich eine Creme für ihn verschreiben lassen. Jetzt geht es ihm auch schon viel besser. Er lacht viel und läuft fröhlich umher.

Dienstag und Mittwoch gehen wir zu Lerato, einem anderen Kindergarten, der von Hope Village unterstützt wird. Dort sieht alles noch ein bisschen anders aus. Circa 60 Kinder sind in zwei Containern untergebracht und es gibt auch keine sanitären Anlagen. Erst seit kurzem unterstützt Hope Village Lerato und so sind die Bedingungen dort noch ziemlich schlecht.

Eine ehemalige Putzfrau hat diesen Kindergarten gegründet. Da kann man sich vorstellen wieviel die Kinder lernen.  Es ist schon erstaunlich, was man dort für Krankheiten sieht. Viele Kinder haben z.B. riesige Pilze auf dem Kopf und ein Mädchen hat eine ziemlich schlimme Ohrentzündung. Auch für die Lerato-Kinder haben wir gestern angefangen, Profile zu machen. Bei den Unterlagen stand auch oft das Gehalt und die meisten haben -wenn überhaupt- 100 Euro im Monat zum Leben. Bei vielen steht aber auch nur das Kindergeld als Einkommen (das sind circa 20 Euro).

Wir versuchen in Lerato jeden Tag Unterricht zu machen, was aber gar nicht so einfach ist, da die Kinder ausschließlich Setswana/Sesotho sprechen und wir keine Materialien haben. Eine Frau dort kann ausreichend Englisch um für uns zu übersetzen. Seit drei Wochen versuchen wir ihnen nun die Zahlen bis 10 und die Farben rot und gelb beizubringen, was aber auch nur mäßigen Erfolg bringt. Ich glaube die Kinder können mit Farben überhaupt nichts anfangen und können generell die Farben nicht richtig auseinanderhalten. Länger als 15 Minuten kann man die Kinder eh nicht ruhig halten. Deshalb gehen sie dann spielen und wir versuchen es immer danach noch einmal.

Montag und Donnerstag Nachmittag besuchen wir die Kinder in den von Hope Village gebauten Häusern. Mittlerweile sind zwei Familien eingezogen mit insgesamt elf Aidswaisenkindern im Alter von 4-17 Jahren. Montags wollen wir den Kindern etwas beibrigen wie z.B. Geografie oder auch Deutsch (auf ihren Wunsch). Die Kinder kennen nämlich weder die Hauptstadt Südafrikas noch wissen sie auf welchem Kontinent sie denn leben.

Letzte Woche haben wir ein Plakat mit ganz vielen Hobbies gebastelt und sie sollten sich aussuchen was sie gerne machen wollen. DIe Kirchengemeinde von Meyer und Louise (unseren Chefs) möchte Leute finden, die mit den Kindern einmal wöchentlich etwas machen.

Letzten Donnerstag haben wir noch ein „Motivationsplakat“ entworfen, mit dem wir den Kindern beibringen wollen, das sie jetzt in die Schule gehen und lernen müssen damit sie später einen guten Beruf haben und dass es nicht so ist, dass sie arm geboren sind und auch immer so bleiben. Meyer hat auch erzählt, er möchte für diese Kinder dasselbe wie für seine eigenen und dazu gehört auch ein Studium und ein guter Beruf.

Was mir bei Hope Village gut gefällt, ist, dass die Freiwillgen als vollwärtige Mitarbeiter angesehen werden und sie auch Dinge weiterentwickeln können (z.B. Profile). Wir dürfen immer neue Vorschläge machen welche auch meistens umgesetzt werden. So haben wir letzten Wochenende mit anderen Freiwilligen aus dem Kinderheim die Container in Lerato angestrichen und es sieht dort jetzt wirklich alles viel schöner aus. Die „Leiterin“ Julia ist auch die ganze Zeit bei uns geblieben, weil sie etwas Angst um uns hatte. Am Wochenende kaufen sich nämlich erstmal alle Alkohol und sind schon um zehn Uhr morgens betrunken auf der Straße unterwegs.

Kommendes Wochenende machen wir einen Kleidermarkt, bei dem wir gespendete Kleidung ganz billig verkaufen (dadurch sollen sie ihre Sachen mehr schätzen als wenn wir sie verschenken).

Ansonsten ist hier in Potch alles gut. Wir haben schon fünf neue Freiwillige bekommen, die allerdings nicht im Kinderheim wohnen, sondern ein paar Straßen weiter. Bei mir in die Flat kommen sie immer für ein paar Tage bis dann ihr Zimmer fertig ist. Im Kinderheim wäre zwar noch genug Platz für Freiwillige, doch die Weltwärtsleute finden es besser, wenn keine Neuen mehr kommen. Diese Woche sind sie bei einem Zwischenseminar in der Inyala-Lodge, wo ich auch schon Anfang August für einen Tag war. Auch diesmal sind wir an zwei Abenden zu dem Seminar eingeladen.

Bei El Gibbor (der Hope Village Lederfabrik) habe ich mir gerade eine Tasche designen lassen. Die Mutter aus dem einen Haus hat mein Muster sogar selbst genäht.

 Lerato-Kinder im Container

 

 Greta mit zwei Kindern

 

Lerato-Nachbarn: Die Healer

 

Syabonga (einer der zwei benachteiligten Cousins)

 

Lucas und ich

 

 Shack im Township

 

Kinder aus den Häusern

 

unser gelber Käfer

 

Greta beim Streichen

 

sieht doch hübsch aus, oder ?

 

Künstler bei der Arbeit

 

1 Kommentar 2.2.10 15:57, kommentieren

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Sommerurlaub (14.12.09-05.01.10)

So und schon bin ich wieder zurück in Potch. Ich wünsche euch erstmal ein frohes neues Jahr und hoffe ihr habt alle schön gefeiert.

Am 14.12. ging es für mich in den Sommerurlaub mit Anna (meiner Flatmitbewohnerin). Das hieß auch, dass Maries und meine gemeinsame Zeit zu Ende ging, denn Marie ist am 28.12. schon wieder nach Deutschland geflogen.

Morgens früh sind wir also nach Kapstadt geflogen und haben die ersten zwei Tage in der Innenstadt verbracht. Diesmal habe ich beim Souvenirkauf richtig zugeschlagen. Schließlich ist das ja auch mein letzter Urlaub hier in Südafrika gewesen. Ich bin mal gespannt, wie ich das alles nach Deutschland transportiere. Anna und ich haben eine Tour mit einem roten Sightseeingbus gemacht, wodurch ich Kapstadt auch noch mal von einer anderen Seite kennen gelernt habe und noch neues gelernt habe. Diesmal waren wir auch endlich auf dem Tafelberg. Allerdings waren wir faul und sind mit der Seilbahn gefahren. Von dort oben hat man echt eine super Aussicht auf ganz Kapstadt. Nach einiger Zeit kam aber eine Wolkenwand und innerhalb von ein paar Minuten war alles zugezogen.

Am 16.12. sind wir dann die Westküste hochgefahren, die ich auch noch nicht kannte. Unser Ziel hieß Paternoster, das ist ein Ferienörtchen, in dem es nur weiße Häuschen gibt. Am Straßenrand stehen viele Verkäufer, die einem Langusten verkaufen wollen. Nachdem wir unser B&B-Zimmer mit Meerblick bezogen hatten, gingen wir zum Strand. Das Wasser dort ist allerdings genauso kalt wie in Kapstadt und nachdem ich bei einem Strandspaziergang circa 50 große rote Quallen entdeckt habe, entschied ich mich dafür, doch lieber nicht ins Wasser zu gehen. Abends sind wir dann noch Meeresfrüchte essen gegangen.

Am 17.12. ging es dann weiter in die Cedarberge, welche neben den Drakensbergen die schönsten Berge Südafrikas sein sollen. Was wir allerdings nicht bedacht haben, ist, dass es dort echt heiß ist, viel zu heiß zum wandern. Der Angestellte des Backpackers hat uns vorgeschlagen, doch lieber mit Reifen den Fluss entlangzufahren, was wir dann auch gemacht haben. Leider bin ich dabei öfters umgefallen und hatte ganz viele schwarze Würmer am ganzen Körper. Am nächsten Morgen sind wir dann früh mit dem Auto in die Cedarberge hineingefahren. Doch schon da war es super heiß. Wir haben also nur ein paar Fotos gemacht und sind dann zurück nach Kapstadt und nach Muizenberg weitergefahren, wo wir dann die Kaphalbinsel besichtigen wollten. In Muizenberg haben wir beim 70-jährigen Dion mit Hippiestirnband gewohnt, der echt sehr lustig war. Muizenberg gilt auch als Surferparadies und es gibt drei Surfschulen dort. Die Preise sind allerdings auch sehr hoch und ich habe mich dazu entschieden noch bis zur Wild Coast zu warten. Während der zwei Tage in Muizenberg waren wir noch mal beim Kap der guten Hoffnung und in Hout Bay, von wo aus wir einen Bootsausflug zur Robbenkolonie af Duiker Island gemacht haben.

Am 20.12. sind wir dann abends in den Greyhoundbus nach East London gestiegen. Im Busbahnhof war echt eine Menge los und ich bin froh, mein ganzes Gepäck noch zu haben. Einen Dieb haben wir gerade noch weglaufen gesehen, wobei er eine Putzfrau zu Boden gerissen hat. Der Bus war recht komfortabel und es liefen auch ein paar Filme. Nach ein paar Stunden hat es allerdings ziemlich gestunken. Am nächsten Mittag sind wir dann in East London angekommen und zu unserem Backpacker direkt am Strand gelaufen. Das Wasser wird immer wärmer, je weiter man die Küste hochfährt. So konnte man in East London schon problemlos baden gehen. Es ist schon alles etwas anders als in Kapstadt. Es gibt viel weniger Touristen und man merkt, dass die Leute hier ziemlich arm sind. In unserem Backpacker gab es nicht nur Ausländer oder Buren, sondern auch schwarze Familien und Touristen aus dem Inland. East London und die Wild Coast, die wir danach entlang gefahren sind gehören zur ehemaligen Transkei. Die Transkei war das erste Homeland und gehört heute zu den dichtestbesiedeltsten und ärmsten Regionen Südafrikas. So ist auch die Gewaltrate ziemlich hoch. Man war oft erstaunt, dass zwei Mädels dort allein entlang fahren, doch wir haben uns weder bedroht gefühlt noch hatten wir Angst (außer vielleicht manchmal ums Auto).

In East London hatten wir auch endlich unsere erste Surfstunde. Der Surflehrer hat uns abgeholt und zu einem anderen Strand gefahren. Erst hat er uns die Aufstehtechniken erklärt und dann ging es auch schon direkt ins Wasser. Beim ersten Mal habe ich sogar schon gestanden (danach aber auch öfters nicht) und es hat so einen Spaß gemacht. Ich habe mir fest vorgenommen in Coffee Bay auch noch eine Surfstunde zu nehmen, denn die kosten dort nur 40 Rand. Daraus wurde dann aber nichts, da der Surflehrer an Weihnachten nicht da war.

Am 23.12. sind wir dann nach Coffee Bay aufgebrochen, was viel länger dauerte, als wir dachten. Die letzten 80 Kilometer war eine Schotterpiste mit riesigen Schlaglöchern, wodurch wir an manchen Stellen nicht schneller als 20 km/h fahren konnten. Das war schon eine lustige Fahrt. Als erstes sind wir auf eine Horde halbnackter singender Männer mit Stöcken in der Hand getroffen, die direkt vor uns die Straße überqueren wollten. Außerdem gab es viele Kühe, Hunde, Ziegen (die z.B. am Straßenrand standen und kurz bevor ich an ihnen vorbei fahren wollte auf die Straße gesprungen sind) und bettelnde Kinder auf der Straße.

Gewohnt haben wir dann in einer Rundhütte direkt am Meer. Es sieht dort ein bisschen wie im Urwald aus und am Straßenrand stehen viele Frauen, die Perlenschmuck verkaufen. In Coffee Bay ist auch alles recht arm und ursprünglich. Es gibt dort nicht mal einen Supermarkt oder eine Tankstelle, nur kleine Shops in denen z.B. Kinder arbeiten. Am Strand findet man Kühe und Esel. Im Backpacker dort haben wir auch ein paar Freiwillige aus Zeerust getroffen.

An Heiligabend haben Anna und ich auch eine kleine Bescherung gemacht und sind danach zum Weihnachtsessen gegangen, das vom Backpacker organisiert wurde. Das war lecker, die Stimmung war auch gut und wir saßen mit netten Leuten am Tisch. Es war zwar nicht wie Weihnachten und Weihnachtsstimmung kam auch nicht auf, aber trotzdem war es ein schöner Abend.

Am 25.12. sind wir dann nach Southbroom aufgebrochen, von wo aus wir eigentlich das Oribi Gorge Nature Reserve besichtigen wollten. Es hat allerdings so geregnet, dass das nicht möglich war und uns nur ein Regenspaziergang zum Strand übrig blieb.

Die letzte Station unseres Urlaubes zu zweit war dann der Warner Beach südlich von Durban. Ich habe mit einfach mal ein Surfbrett mitgenommen, doch mit solchen Wellen hatte ich nicht gerechnet. Nach einem Meter im Wasser konnte ich das Brett schon nicht mehr halten und selbst ohne das Brett bin ich gleich hingefallen. Am 27.12. besuchen wir noch Annas „Ersatzoma“ aus ihrem vorherigen Projekt in Durban und am nächsten Tag ging es für Anna schon wieder zurück nach Deutschland. Ihre fünf Monate in Südafrika sind echt schnell vorbeigegangen und mir wird klar, dass meine Zeit ja auch schon bald zu Ende ist.

Ich fliege aber erstmal wieder nach Kapstadt, denn in Potch wäre ich alleine an Silvester und diese Idee fand ich nicht so toll. Ich wurde also von Benni, Lisa, Lotti und Eva vom Flughafen abgeholt und mit ihnen verbrachte ich noch eine Woche in Kapstadt. In dieser Zeit lernte ich das Nachtleben von Kapstadt kennen und es ist wirklich so, dass auch Weiße und Schwarze zusammenfeiern können, was in Potch ja nun gar nicht möglich ist.

An Silvester waren wir nachmittags bei einem Socialworker aus dem Kinderheim in Potch eingeladen, dessen Eltern ein teueres Apartement in Clifton direkt am Strand besitzen. Man fühlte sich echt wie in einer anderen Welt, es gab leckere Essensplatten und wir wurden mit allerlei Getränken versorgt (darunter auch teuer Wein und Champagner). Abends sind wir dann auf die Greenmarketsquare-Silvesterparty gegangen, was auch ganz cool war. Nur die Raketen haben gefehlt.

Während der Woche in Kapstadt war ich auch noch einmal auf dem Tafelberg, diesmal sind wir aber hochgewandert, und das in der Mittagssonne. Das war soo anstrengend und nach ca. 2h war ich dann auch endlich oben. Am 2.1. ist in Kapstadt Karneval. Dafür ist den ganzen Tag die Straße gesperrt und die Einheimischen platzieren sich mit Stühlen, Decken und Kühltaschen am Straßenrand. Dafür fand ich es allerdings ziemlich enttäuschend. Jede halbe Stunde kam mal eine Gruppe vorbei, die weder Süßigkeiten geworfen haben noch außergewöhnliche Kostüme anhatten. Naja stattdessen sind wir dann shoppen gegangen.

Am 4. Januar haben wir dann den Zug (Shosholoza) zurück nach Potch genommen. Die Fahrt hat 24 Stunden gedauert, aber wir hatten sogar richtige Betten dort und es gab einen Speisewagen. Es war schön sich die Landschaft noch einmal anzuschauen und besonders die Karoo-Halbwüste fand ich toll. Zurück in Potch war es erstmal komisch. Ich wohne jetzt allein in der oberen Flat, da Marie und Anna ja schon zurück in Deutschland sind. Diese Woche hatte ich noch frei und am Montag geht die Arbeit bei Hope Village los.

Gekko auf dem Tafelberg

 

Tafelberg

 

Tafelberg

 

Zwölf Apostel

 

 

 

Paternoster

Quallen

 

Paternoster

Cedarberge

 

Robbenkolonie

 

Auf dem Weg nach Coffee Bay

Coffee Bay

 

 Tafelberg

 

 

 

Der Weg

Clifton

 

Goldfish-Konzert

Karoo-Halbwüste

Shosholoza von innen

Shosholoza von außen

 

 

 

 

3 Kommentare 9.1.10 17:43, kommentieren

06.12.09

Dienstag haben wir meinen Geburtstag gefeiert. Schon die Woche zuvor habe ich das Päckchen von meiner Familie abgeholt und mich schon die ganze Zeit gefreut es aufzumachen. Morgens habe ich erstmal schön mit Marie, Anna, Greta und Amelie auf unserem Balkon bei strahlendem Sonnenschein gefrühstückt. Endlich hatte ich auch mal im Sommer Geburtstag. Später haben die anderen ein Lied für mich gesungen und ich durfte in den Geschenkeraum gehen. Bei Marie zu Hause ist das nämlich so üblich. Die anderen Freiwilligen haben mir einen Fresskorb gemacht und Maries Oma hat mir auch Schokolade geschickt Ich möchte mich auch noch mal herzlich bei allen bedanken, die an mich gedacht haben.  Danach musste ich leider normal arbeiten gehen. Dort wusste auch keiner, dass ich Geburtstag habe, was aber auch nicht so schlimm war. Abends hatten die Kinderheimangestellten ihre Weihnachtsfeier. Während die anderen Nichtweltwärtsfreiwilligen in den Häusern auf die Kinder aufpassen mussten, durfte ich mir auch den Bauch auf der Weihnachtsfeier vollschlagen. Danach sind wir aber alle zusammen feiern gegangen und Marie hat sogar noch eine Krone für mich gebastelt. Auf jeden Fall war es ein schöner Geburtstag, wenn auch ganz anders als zu Hause.

Diese Woche war auch meine letzte Arbeitswoche, was sich aber erst am Freitag herausgestellt hat. Normalerweise hätten wir nächste Woche noch arbeiten müssen, doch die meisten Kinderheimkinder sind am Freitag schon in ihre Ferien gefahren (Viele Kinder fahren zu ihren Familien, Verwandten oder Gastfamilien. Es bleiben nur ganz wenige Kinder im Kinderheim.) So gibt es keinen Transport für uns zur Schule und die Direktorin meinte auch, wir könnten zu Hause bleiben. Obwohl dies ja erst die vorletzte Schulwoche war, war nur noch circa die Hälfte der Kinder in der Schule. Von vielen konnte ich mich also gar nicht mehr verabschieden. Es gab noch eine kleine Abschiedsfeier, bei der sich bei den Lehrern, Putzfrauen und bei uns bedankt wurde. Danach haben wir uns in eine Reihe gesetzt und wurden von jedem Kind umarmt. Es war schon traurig sich von allen Kindern zu verabschieden und zu wissen, dass man sie nie wieder sieht und auch nicht weiß, was aus ihnen wird. Dennoch freue ich mich auch, dass ich nach den Ferien noch in einem anderen Projekt arbeiten kann und noch neue andere Erfahrungen sammeln kann. Ab dem 11. Januar arbeite ich mit Amy und Greta bei Hope Village. Dieses Projekt will den ärmsten Familien (vor allem Frauen, die viele Aidswaisen aufgenommen haben) aus dem Township eine neue Perspektive geben. Die Frauen können in der Lederfabrik El Gibor arbeiten. Es werden Häuser gebaut, in die sie dann mit den Kindern einziehen können (gerade zieht die zweite Familie in ihr Haus ein). Die Kinder können in den Kindergarten (Amapelo) gehen. Seit kurzem unterstützt Hope Village auch noch einen anderen Kindergarten (Lerato) im Township. Dort ist es wirklich sehr arm. Es gibt nur zwei Container für die Kinder, kaum Spielsachen und keine ausgebildeten Lehrer. In Lerato werde ich zwei Tage in der Woche arbeiten, in Amapelo drei Tage. Nachmittags können wir noch Aktivitäten mit den Kindern aus den gebauten Häusern machen oder beim Häuserbau helfen (sofern wieder Geld da ist um neue Häuser zu bauen). Soviel also zum neuen Projekt.

 

Ich wurde auch noch nach ein paar Informationen zum Kinderheim gefragt. Es gibt hier also neun Häuser (fünf Mädchenhäuser, vier Jungenhäuser), in jedem wohnen ungefähr 25 Kinder. Eigentlich sollen in jedem Haus alle Altersgruppen von Kindern wohnen, aber natürlich gibt es auch Häuser, in denen eher die jüngeren bzw älteren Kinder wohnen. Das jüngste Kind ist Banele (drei Jahre). Ausziehen müssen die Kinder, wenn sie die Schule beendet haben (was normalerweise nach 12 Schuljahren mit 18 ist, aber hier im Kinderheim schon mal 20/21 sein kann). Natürlich werden die Kinder auch außerhalb des Kinderheims weiter unterstützt. Generell gehen die Kinder in die unterschiedlichsten Schule in Potch und in Ikageng (Township). Nun noch mal zu den Häusern: Jedes Haus hat eine Tannie (Tante), die sich um die Kinder kümmert. Von Weltwärts wurden auch genau neun Freiwillige in die einzelnen Häuser als Unterstützung geschickt. Die Jungenhäuser haben je zusätzlich zur Tannie auch einen Childcareworker, der sich mit um die Jungs kümmert und mit dem sich die Tannie und der jeweilige Freiwillige die Schichten teilt. Außerdem gibt es auch noch Socialworker, die sich bei Problemen um die Kinder kümmern. Die Tannies haben immer sehr viel zu tun und fast keine Freizeit, da sie eigentlich Tag und Nacht für die Kinder da sein müssen und sehr wenig Geld dafür bekommen (circa jedes dritte Wochenende haben sie mal frei). Sie wohnen auch alle direkt in den Häusern und haben einen abgegrenzten Bereich als Wohnung. Ich denke für sie sind die Freiwilligen schon eine große Entlastung. Am Wochenende machen diese auch mal die Nachtschicht und die Tannie könnte z.B. mal weggehen. Generell arbeiten die Freiwilligen immer im Wochenwechsel von 14-19 bzw 21 Uhr + Nachtschicht am Wochenende manchmal. Je nach Alter helfen sie bei den Hausaufgaben, spielen Spiele, gehen Schwimmen und helfen bei der täglichen Routinen (wie essen, duschen, ins Bett gehen, Tv schauen usw.) Daneben machen sie auch noch Aktivitäten wie Youth Club (Art Disco im Internetraum) oder Snoepie  (Kiosk für die Kinder, in dem diese ihr Taschengeld augeben können). Wenn ihr gerne noch weitere Informationen hättet, sagt mir einfach Bescheid.

 

Nun zu meiner Ferienplanung: Ich habe erstmal Sommerferien bis zum 11. Januar. Am 14. Dezember fliege ich mit Anna nach Kapstadt. Wir werden uns Kapstadt nocheinmal anschauen. Vielleicht schaffe ich es ja diesmal auf den Tafelberg zu fahren. Danach fahren wir noch an die Westküste und nehmen dann einen Bus nach East London, von wo aus wir dann die Küste bis nach Durban entlangfahren. Am 28. Dezember fliegt Anna wieder nach Deutschland und ich feiere Silvester mit den Kinderheimfreiwilligen wieder in Kapstadt. Am 4. Januar fahre ich mit den anderen Freiwilligen mit dem Zug (Shozoloza) wieder zurück nach Potch, was circa 25 Stunden dauert. Anscheinend soll es aber wirklich schön und man fährt auch durch die Kalahariwüste, in der ich ja noch nicht war (wegen der Hitze habe ich mich dazu entschieden, dort auch nicht hinzufahren).

Heute Morgen war auch schon der Marie-Nikolaus bei mir. Er hat mir eine Mango, eine Galliermelone, drei Kiwis, einen Nikolaus und Rittersport-Schokolade gebracht. Der Anna-Nikolaus hat mir auch einen großen Schokonikolaus gebracht. So, jetzt wünsche ich euch auch noch einen schönen Nikolaus und zweiten Advent.

Caleb, ich, Dimpho

Marie, ich und Clara mit Kindern

 

Ich, Marie und Clara

Papie und ich

Marie und ich

Ich, Eva, Lotti, Doreen (Küchenchefin) und zwei weitere Angestellte

 

 

 

 

2 Kommentare 6.12.09 11:19, kommentieren

Drakensberge und Lesotho 20.-23.11.

Freitag nach der Schule gings los. Sechs Stunden später kamen wir dann in unserem Backpacker in den Drakensbergen an. Samstag haben wir gleich eine Tour nach Lesotho gemacht. Wegen dem regnerischen Wetter waren die Straßenverhältnisse leider nicht so gut. In Lesotho gab es nämlich keine geteerten Wege oder ähnliches und wir mussten auch noch einen Berg hinunter fahren. Auf einmal hielt unser Guide an und meinte er könne nicht weiter fahren. Die Straße war nämlich überflutet. Wir sind erstmal wieder umgekehrt und ich war schon enttäuscht, Lesotho nicht anschauen zu können. Doch dann haben wir doch noch einen zweiten Versuch gemacht, diesmal sind wir bis ganz nach unten zur überfluteten Stelle gefahren. Schließlich sind wir alle ausgestiegen und der Guide wollte doch  wieder zurückfahren, was aber wegen der matschigen Straße und dem Berg nicht ging. Auf einmal ist er dann doch durchs Wasser gefahren und hat es auch geschafft, nur waren wir noch auf der anderen Seite. So mussten wir uns eine Stelle am Fluss suchen und hindurchlaufen. So konnte unsere Tour doch noch stattfinden und wir sind zu einem Dorf gefahren. Endlich haben wir mal Afrika wie aus dem 16. Jahrhundert kennen gelernt. Die Leute leben alle in ihren selbstgebauten Lehmhütten und sind sehr sehr arm. Sie leben ausschließlich von Landwirtschaft und je mehr Tiere man hat, desto besser ist man angesehen. Während unserer Tour haben wir uns eine Schule, eine Höhle mit Malereien und auch eine Basotho-Kneipe angeschaut. Dort saßen circa 20 alte Leute und haben ihr typisches Bier getrunken (das aber wie saure Milch geschmeckt hat). Sie waren wirklich schon gut dabei und haben sich gefreut, mit uns Fotos zu machen. In Lesotho wird übrigens auch viel Marihuana angebaut, was natürlich nur nach Südafrika exportiert wird. Zum Schluss haben wir noch etwas Typisches gegessen (Pap mit irgendeinem grünen Gemüse) und danach ging es wieder in den Backpacker.

Sonntag war dann glücklicherweise super Wetter und wir sind in den Royal Natal National Park zum Wandern gefahren. Bekannt ist dieser für das „Amphitheatre“, ein Felsmassiv von 5 Kilometer Länge. Der Tag war zwar ziemlich anstrengend aber es hat sich gelohnt.

Montag haben wir uns dann noch dafür entschieden, in den anderen National Park zu fahren (Golden Gate Highlands National Park), den man auch ganz mit dem Auto durchqueren konnte. Ich fand dort gab es noch schönere kurze Wanderwege als im andern Park (dort konnte man aber gute Mehrtageswanderungen machen). Nachdem wir dort eine Stunde gewandert sind, sind wir noch nach Clarens gefahren, einem schönen Ferienort. Und dann war unser Urlaub leider auch zu Ende, aber er war sehr schön und abwechslungsreich.

 Oma in Lesotho

 

 Ein Mann vom Geisterschiff

 

Royal Natal National Park

Amphitheatre

Golden Gate National Park

 

Sonnenuntergang vor dem Backpacker

 

 

2 Kommentare 27.11.09 19:28, kommentieren

Kapstadt-->Port Elisabeth (23.10.- 04.11)

Ja ich war schon wieder im Urlaub Diesmal ging es nach Kapstadt. Glücklicherweise habe ich auch frei bekommen, denn Ferien waren ja eigentlich grad erst und im Dezember gibt es schon wieder Ferien. Am 22.10. bin ich also zum Flughafen nach Johannesburg gefahren und habe Christophe abgeholt. Am nächsten Tag ging dann unser Flug nach Kapstadt. Für die Zeit haben wir uns ein Auto gemietet, da man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur kompliziert fortbewegen kann (und abends dann gar nicht). Schon als wir in die Stadt hineinfuhren, war ich begeistert. Mitten von der Innenstadt aus sah man überall Berge. Das hat aber leider auch das anfahren etwas schwer gemacht. An den Linksverkehr habe ich mich aber schon sehr gut gewöhnt und ich glaube es wird erstmal schwer für mich in Deutschland wieder Auto zu fahren.

Unser Backpacker in Kapstadt war auch super. Aus unserem Fenster konnte man direkt auf den Tafelberg blicken, der leider die ganze Zeit über in Wolken eingehüllt warL. Wegen dem starken Wind und auch wegen den Wolken denke ich, war die Seilbahn auf den Tafelberg leider auch die ganze Zeit über geschlossen. Ich hoffe aber, dass ich wenigstens im Dezember noch mal hochfahren kann (da mache ich mit meiner Flatmitbewohnerin Anna Urlaub).

In Kapstadt haben wir uns als erstes die Innenstadt angesehen, von der ich allerdings nicht so begeistert war. Hier in Südafrika gibt es eben nicht so schöne Stadtzentren, wo man sich einfach mal gemütlich hinsetzen kann. Manchmal haben wir auch einfach mitten auf der Straße gestanden, da der Bürgersteig zu Ende war. Es gibt aber auch rote Busse, die alle Sehenswürdigkeiten anfahren (den hätten wir mal lieber nehmen sollen). So haben wir uns z.B. das Castle of Good Hope, die City Hall (vom Balkon aus hielt Nelson Mandela seine erste öffentliche Rede), die Houses of Parliament, Company’s Garden oder den Greenmarket Square besichtigt. Zum Schluss wollten wir uns noch das Bo-Kaap-Viertel anschauen, das islamische Stadtviertel, in dem es viele kleine bunte Häuser und Moscheen gibt. Allerdings ist dann ein Gewitter aufgezogen und nachdem wir noch einen betrunkenen Mann auf der Straße sahen, der es nicht mehr schaffte aufzustehen, sind wir wieder zurück zum Backpacker gefahren.

Am nächsten Tag sind wir zum Signal Hill gefahren, von dem aus man einen schönen Blick über Kapstadt hat. Auf den Rückweg sind wir noch auf den Lion’s Head gewandert. Eigentlich dachte ich man läuft da nur mal kurz noch, doch nach einer Stunde waren wir immer noch nicht oben. Als man dann Leitern hochklettern musste und sich an Haken im Fels festhalten musste, sind wir wieder umgekehrt. Doch trotzdem hatte man eine schöne Aussicht auf z.B. Camps Bay. Danach sind wir dann auch noch nach Camps Bay gefahren, wo allerdings so viel Wind war, dass wir uns nicht lange dort aufhalten konnten. So sind wir noch weiter entlang der Küste nach Clifton, Sea Point und Green Point gefahren.

Am 26.10. haben wir uns noch die Alfred & Victoria Waterfront angeschaut, haben bei Harrie’s Pancakes gegessen und sind wegen schlechtem Wetter noch in ein Aquarium gegangen, was aber nicht so toll war. Danach sind wir über den Chapman’s Peak Drive nach Simon’s Town gefahren um uns am nächsten Tag die Kaphalbinsel anzuschauen. Von dort aus hatte man wirklich eine tolle Aussicht. Natürlich wollte ich wieder überall anhalten um schöne Fotos zu machen Simon’s Town ist bekannt für seine Pinguine am Boulders Beach, die wir natürlich auf unserer Fahrt zum Cape of Good Hope Nature Reserve auch noch sehen wollten. An diesem Tag war nicht so schönes Wetter doch als wir beim Cape Point ankamen, haben sich auch alle Wolken verzogen und wir hatten eine wunderbare Aussicht. Als ich zum Leuchtturm hinauflief, hörte ich leider nur noch eine Frau sagen, dass der Wal gerade wieder untergetaucht sei. So hatten wir leider Pech und haben keinen Wal gesehenL War aber trotzdem schön, genau wie das Kap der guten Hoffnung.

Nach unserer Zeit in Kapstadt hatten wir noch acht Tage Zeit um bis nach Port Elisabeth zu kommen. Natürlich wollte ich mir auch die Weinregion anschauen, die ja typisch für Südafrika ist. Auf dem Weg nach Robertson, wo wir die nächsten zwei Nächte schlafen wollten, haben wir noch Stellenbosch besichtigt, was mir aber nicht soo gut gefallen hat. Südafrikanische Kleinstädte sind eben nicht so toll zu besichtigen. Es ist aber schon erstaunlich, dass man innerhalb von ein paar Stunden von Meer und Küste wieder in eine ganze andere, grüne und bergige Gegend kommt. Robertson ist nicht so touristisch und Weinproben kann man dort kostenlos machen. Da ja aber immer einer von uns fahren muss, haben wir uns für eine Weintour mit Kevin, dem Besitzer des Backpackers entschieden. So sind wir vier ganz unterschiedliche Weingüter angefahren und haben bei jedem circa fünf Weine probiert. Danach hätte ich wirklich nicht mehr fahren können. Jetzt bin ich zur richtigen Weinkennerin geworden

Eigentlich wollten wir auch noch nach Hermanus fahren, denn dort kann man am besten Wale von der Küste aus sehen. Leider sehen die Strecken auf der Karte doch viel kleiner aus als sie in Wirklichkeit sind und wir hätten den ganzen Tag nur im Auto verbracht. So sind wir dann die Route 62 (längste Weinstraße der Welt) entlang nach Outshoorn gefahren. Outshoorn ist die Hochburg der Straußenzucht und es gibt wirklich sehr sehr viele Straußenfarmen. Eine davon haben wir auch besichtigt und ich durfte sogar mal reiten. Und das ist auch keine Tierquälerei, denn pro Tag durften auch nur vier Leute höchstens 30 Sekunden reiten. Leider hat mich der Strauß aber schon nach circa zwei Sekunden abgeschmissen.

Am folgenden Tag sind wir dann die Garden Route entlang gefahren. Gehalten haben wir aber nur in Wilderness und in Knysna. Geschlafen haben wir dann in der Nähe von Plettenberg Bay. Dort gefiel uns der Backpacker auch am Besten. Unser Zimmer war super schön und vom Balkon aus konnte man aufs Meer blicken. Der Strand war auch nur 50 Meter entfernt. Allerdings durfte man nur mit Bodyboard ins Wasser wegen der starken Strömung. Als ich dann noch eine wirklich riesen große tote Qualle am Strand fand, entschied ich mich dafür, doch nicht ins Wasser zugehen. Es wäre ohnehin so kalt gewesen, dass ich nach einer Minute wieder herausgegangen wäre. Ich fürchte auch, dass das Wasser hier nie so richtig warm wird.

Unser Ziel war es ja immer noch Wale zu sehen. Deshalb fuhren wir zu einem Naturschutzgebiet, das uns dafür empfohlen wurde, was jedoch vergeblich war. Als wir die Hoffnung dann schon fast aufgaben, sahen wir am letzten Tag in Plettenberg von unserem Balkon aus doch noch eine Walmutter mit ihrem Baby. Leider ging das alles so schnell und ich habe kein wirklich schönes Foto machen könnenL Das etwas misslungene Foto spare ich mir mal hier reinzustellen.

Auf unserem Weg zum Addo Elephant Park haben wir noch einen Abstecher in den Tsitsikamma National Park gemacht. Mal wieder war es sehr windig, doch dort habe ich auch die höchsten Wellen gesehen (siehe Foto). Gewandert sind wir allerdings nicht so viel, nur zur halben Stunde entfernten Suspension Bridge sind wir gelaufen.

Im Dunkeln kamen wir abends dann auch endlich in unserer Unterkunft an. Die war mal zur Abwechslung mitten in der Natur direkt neben einem Fluss. Küche und Bad befanden sich draußen und geschlafen haben wir in einer Lehmhütte, die aber ganz nett eingerichtet war. Leider habe ich mir dort auch eine Floh gefangenL Jetzt ist er aber glücklicherweise wieder weg, ich glaube ich habe ihn im letzten Backpacker in Port Elisabeth wieder abgeschüttelt.

Im Addo Elephant Park haben wir dann auch ziemlich viele Elefanten gesehen unter anderem auch welche, die direkt vor uns die Straße überquert haben. Für mich ist das ja nichts Neues mehr, aber Christophe war noch nie in einem solchen Park. Anders als im Krügerpark gab es hier aber sehr viele große Schildkröten und auch viele Straße. Außerdem war im Park schon alles sehr grün anders als im Krügerpark und Pilanesberg, in denen ich war, als der Frühling kaum angefangen hatte.

Die Nacht vor dem Heimflug haben wir dann in Port Elisabeth verbracht. Angeschaut haben wir uns eigentlich nichts (obwohl ich glaube es gibt auch nicht so viel anzuschauen). Abends waren wir aber sehr lecker Essen. Das war ein gelungener Abschluss.

Christophe ist dann noch zwei Tage mit zu mir ins Kinderheim gefahren und hat sich auch die Schule angeschaut. Er meinte auch, er hätte sich das etwas ländlicher und „afrikanischer“ vorgestellt. Doch wie man sich das typische Afrika eigentlich vorstellt, findet man zumindest in Südafrika eher nur in den Townships, wo viele Menschen wirklich sehr sehr arm sind.

Nachdem Christophe wieder heimgeflogen ist (leider hat er wegen kaputten Flugzeugen und Verspätungen zwei Tage gebraucht), habe ich mir mit Marie das Apartheid Museum in Johannesburg angeschaut. Wir wohnen ja nicht so weit weg (circa 1,5 Stunden), doch bisher haben wir es noch nicht geschafft Johannesburg zu besichtigen. Das Museum war auf jeden Fall sehr interessant und es gab auch sehr viel zu lesen. Jetzt bin ich wenigstens ein wenig gebildeter in südafrikanischer Geschichte.

Ansonsten arbeite ich jetzt wieder in der Vorschule. Gestern haben wir mit den Kindern einen Ausflug zu einer Art Farm gemacht. Dort durften sie Strauße, Esel und Kaninchen füttern, auf einer Hüpfburg hüpfen, Kuchen verzieren und eine Runde auf einem Pferd reiten. Dabei sind leider auch zwei meiner Jungs herunter gefallen, da der Mann, der das Pferd geführt hat, leider nicht aufgepasst hat. Auf ein Mädchen ist ein Klettergerüst gefallen, das leider nicht im Boden befestigt war. Es sah aber schlimmer aus als es war und das Mädchen hatte nur eine Beule am Kinn.

Generell ist es in der Schule immer noch ganz gut, obwohl es wohl nicht mein Traumjob werden wird. Besonders die Lehrer von Nachmittags sitzen die ganze Zeit auf der Bank und schicken immer Kinder zu uns, wenn wir etwas machen sollen. Nach den zwei Wochen Urlaub habe ich mich aber schon wieder auf die Kinder gefreut und sie sich anscheinend auch auf mich

 

Beim Castle of Good Hope, hinter mir ist die City Hall

Greenmarket Square

Bo-Kap-Viertel (traditionelles Stadtviertel der islamischen Gemeinde)

 

Blick auf den Tafelberg von unserem Zimmer

Blick auf Kapstadt vom Signal Hill

Aussicht vom Lion's Head

Signal Hill

 

Wanderung auf den Lion's Head

Kite Surfer 

 

Christophe et moi

 

 

Chapman's Peak Drive (zählt zu den landschaftlich schönsten Küstenstraßen der Welt); Blick auf Hout Bay

 

 

 

Pinguine am Boulders Beach in Simon's Town

 

Boulders Beach

Beim Cape Point

Auch beim Cape Point

Cape of Good Hope

Schöner Strand im Cape of Good Hope Nature Reserve

 

 

Weingut in Robertson

Weingut in Robertson

Aussichtspunkt auf der Route 62

Auf einer Straußenfarm in Outshoorn, ich durfte auch mal reiten

Strand in Wilderness

Hafen in Knysna

Am Strand vor unserem Backpacker in Plettenberg Bay

Tsitsikamma National Park

Suspension Bridge im Tsitsikamma National Park

Große Schildkröte im Addo Elephant National Park

Pillendreher; Sie haben Vorfahrt im Park

Elefant

 

Apartheid Museum in Johannesburg

 

 

 

 

 

4 Kommentare 9.11.09 21:09, kommentieren

Urlaub! (24.09.-01.10.)

Hier kommt nun mein Urlaubsbericht!

Am Donnerstagmorgen um kurz vor 10 geht es endlich los. Mit unserem grauen Toyota Yaris fahren wir erstmal nach Swaziland. Wie erwartet gibt es an der Grenze ein paar Schwierigkeiten. Unser Visum ist nämlich etwas missverständlich gemacht. Es gibt dort ein Expiry Date, welches aber nicht das Datum ist, an dem unser Visum ausläuft, sonders bis zu diesem Zeitpunkt müssen wir nach Südafrika eingereist sein. Das verstehen die Grenzbeamten leider nicht so gut. Außerdem gibt es ein Date of Issue, welches aber nicht das Datum ist, zu dem das Visum beginnt, sondern an diesem Datum ist das Visum ausgestellt worden. Naja letztendlich hat dann aber alles geklappt und wir durften aus Südafrika ausreisen und nach Swaziland einreisen. Allerdings haben Marie und ich die Grenze Swazilands erstmal übersehen und sind einfach durch die abgebrochene Schranke gefahren, neben der ein Mann auf einem Stuhl Handyspiele gespielt hat. Wir wurden aber natürlich zurückgewunken

Als erstes fällt uns in Swaziland auf, dass die Luft sehr gut ist, da es sehr viele Bäume gibt. Die Straßen sind teilweise nicht so gut, es gibt einige Schlaglöcher. Auch mit Kühen direkt auf der Fahrbahn muss man rechnen. Auf dem Weg zum Backpacker kommen wir auch an einer Holzfabrik vorbei, die ziemlich stinkt und unheimlich aussieht. Im Backpacker werden wir dann freundlich aufgenommen. Es sind aber mal wieder nicht so viele Gäste da.

 

Freitags beschließen Marie und ich die Swaziland Highlights Tour mitzumachen. So müssen wir nicht den ganzen Tag Auto fahren. Sean, der Besitzer des Backpackers, bringt uns als erstes zu einem Markt in Manzini. Dort ist alles echt billig und Marie und ich kaufen viele Sachen. Allerdings fällt uns später auf, dass wir doch viel mehr hätten kaufen sollen bei den Preisen. Nach dem Markt fahren wir ins Cultural Village, wo wir von einem Bewohner herumgeführt werden. Danach wird noch ein traditioneller Tanz aufgeführt. Wir fahren zu einem zweiten Markt, bei dem aber alles teurer ist als beim ersten. Marie und ich sind fast die einzigen Besucher und wir werden immer gleich in die Häuschen hineingelockt. Wir haben Mitleid mit den Frauen, die wirklich arm sind, und kaufen bei der ein oder anderen etwas.

Mittag essen wir im „House of Fire“, was abends eigentlich eine Disco ist. Zum Schluss schauen wir uns dann noch drei Fair Trade Projekte an. Beim ersten (Gone Rural) werden aus Gras Sachen geflochten wie Tischsets oder Schalen. Das zweite ist Swazi Candles und das dritte Baobab Batik. Damit endet unsere Tour und wir fahren zurück zum Backpacker. Da es noch nicht so spät ist, fahren Marie und ich noch zum Mlilwane Wildlife Sanctuary. Wir wollen dort ein bisschen wandern. Allerdings stehen mitten auf dem Wanderweg Tiere und als dann noch eine Antilope auf uns zugerannt kommt, drehen wir lieber wieder um. Stattdessen fahren wir mit dem Auto weiter und an einem See entdecken wir auch Krokodile.

 

Am Samstag ist unsere Zeit in Swaziland dann auch schon vorbei. Wir fahren zum großen Grenzüberganz in Oshoek in der Hoffnung dort keine Visaprobleme zu haben. Und tatsächlich klappt dort auch alles super. Ich glaube das liegt daran, dass sie den Pass dort scannen und sehen, dass unser Visum gültig ist. An diesem Tag soll es nach Hoedspruit gehen, einem Ort im Norden der Panorama Route und nahe beim Blyde River Canyon. Die Fahrt dorthin dauert leider länger als gedacht. Zwischendurch schauen wir uns noch die Sudwala Caves an(sie sind erdgeschichtlich die ältesten Höhlen der Welt) und in Graskop essen wir bei Harry’s Pancake Bar. Dort schmeckt es uns so gut, dass wir gleich ausmachen, noch mal dort essen zu gehen. Danach geht es dann die Panorama Route entlang. Ich kann mir leider nicht so schön die Landschaft anschauen, da ich fahre und die Straßen ziemlich kurvig und bergig sind. Wir halten aber an keinen Aussichtspunkten an, da wir das an einem anderen Tag machen wollen. Abends kommen wir dann endlich in unserem Backpacker an, der mitten in der Wildnis liegt. Wir wohnen in einer kleinen Hütte zusammen mit Schlangen, großen Spinnen, Fröschen und Geckos.

 

Am Sonntag entscheiden wir uns, nur Sachen in der Umgebung zu machen, da wir die letzten Tage wirklich schon genug Auto gefahren sind. So wandern wir im Blyde Canyon Nature Reserve zu einem Wasserfall und fahren nachmittags zu einer Rehabilitationsstation für Wildtiere.

Eigentlich wollten wir dann am Montag die ganze Panoramaroute abfahren und ganz tolle Bilder machen. Doch daraus wird leider nichts. Schon morgens ist es sehr bewölkt und etwas neblig. Wir schauen uns den Blyde River Canyon noch mal von oben an und die Three Rondavels. Das sind drei riesige Felskuppeln, die aussehen wie afrikanische Rundhütten. Danach fahren wir zu Bourke’s Luck Potholes und weiter südlich zu den Berlin und Lisbon Falls. Dort ist es allerdings schon so neblig, dass man gerade so fünf Meter weit sehen kann und es regnet. Wir entscheiden uns dann doch noch zu „God’s Window“ zu fahren, einem der schönsten Aussichtspunkte des Landes. Bei schönem Wetter kann man dort bis zum Krügerpark und nach Mozambique blicken. Doch wie erwartet sehen wir nichts als Nebel. Das ist echt deprimierend. Zum Abschluss des Tages besichtigen wir noch Pilgrim’s Rest, ein Goldgräberdorf.

Dienstag bis Donnerstag geht es dann noch in den Krügerpark. Wir hoffen natürlich ganz viele Tiere zu sehen, vor allem aber Leoparden und Büffel, denn die fehlen uns noch zu den Big Five. Am ersten Tag haben wir auch richtig Glück. Nicht lange nachdem wir durch das Paul Kruger Gate in den Park gefahren sind, sehen wir eine Büffelherde und dann hängt auf einmal ein totes Impala im Baum. Natürlich halten wir gleich an in der Hoffnung, dass gleich ein Tier kommt um das Impala zu fressen. Und tatsächlich, kurze Zeit darauf kommt ein Leopard, klettert auf dem Baum und frisst das Impala. Marie und ich machen natürlich fleißig Bilder und Videos. Ich glaube ich habe fast eine Speicherkarte dafür verbraucht. Zum Schluss holt der Leopard sogar noch sein Baby und das darf dann auch mal fressen. Es ist dabei aber noch etwas unbeholfener als seine Mutter. Danach fahren wir dann zu unserem Camp, in dem wir in einem schönen Bungalow wohnen. Von dort aus machen wir auch noch einen Night Drive. Leider wecken wir dabei z.B. Löwen, die gerade auf der Straße fahren. Am nächsten Tag fahren wir morgens alleine im Park herum und nachmittags machen wir einen Sunset Drive, bei dem wir leider nicht so viele Tiere entdecken. Aber naja, ich habe bis jetzt ja so ziemlich alles außer Geparden gesehen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt auch noch mal in den Krügerpark zu fahren, denn das ist schon etwas anderes als in einem kleinen Park wie Pilanesberg.

 

Erster Markt in Swaziland

Zweiter Markt in Swaziland

Haus im Cultual Village

Traditioneller Tanz

Der tolle Opi

 

Marie und ich bei den Mantenga Falls in Swaziland

Sean und Lisa

 

Sudwala Caves

Blyde River Canyon Nature Reserve

 

Blyde River Canyon

Marie vor den Three Rondavels

Lisbon Falls

Potholes

Die schöne Aussicht bei God's Window

Lecker Pancake

Büffel

 

Leopard frisst Impala

 

 

 

 

Hyäne

 

 

 

 

Löwe bei Nacht

 

 

 

 

 

2 Kommentare 3.10.09 18:48, kommentieren

02.10.09

Hallo, Marie und ich sind gestern nach zehnstündiger Autofahrt wieder gut in Potch angekommen. Wir hatten echt einen tollen Urlaub, der leider viel zu schnell vorbei gegangen ist. Ausführlicheres könnt ihr in meinem Urlaubsbericht lesen, den ich hoffentlich morgen veröffentlichen werde (oder schon bei Marie, die immer etwas schneller ist als ich). Heute war ich den ganzen Tag beschäftigt mit Auto zurückbringen oder Salat machen, denn heute Abend veranstalten die Leute, die im Kinderheim arbeiten, ein Braai für ihre Kinder. Alle anderen Freiwilligen sind dazu auch eingeladen. Also bis morgen wahrscheinlich und ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

1 Kommentar 2.10.09 16:44, kommentieren