Anny in Südafrika

18.09.09

Marie und ich haben unseren Septemberurlaub fertig geplant. Nächsten Donnerstag geht es los. Das hat echt ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen, aber schließlich wollen wir ja auch Urlaub machen. Wir fahren erstmal für zwei Nächte in Swaziland, danach drei Nächte Panorama-Route und zum Schluss noch zwei Nächte Krügerpark. Dort haben schlafen wir in einem Bungalow und haben auch schon eine Nachtsafari gebucht. Ansonsten schlafen wir in Backpackern, die wir immer in unserem kleinen Büchlein „Coast to Coast“ suchen. Heute waren wir bei Naomi (sie arbeitet im Office und ist auch unsere Nachbarin) und haben unser Essen für die Zeit beantragt. Sie hat noch ziemlich viel zu unserer Liste hinzugefügt und ich glaube wir haben in dieser Woche mehr zu essen als sonst. Letzte Woche ist mein Reisepass verloren gegangen (aber mittlerweile ist er glücklicherweise wieder aufgetaucht). Ich hatte ihn am Mittwoch mit im Internetraum, da man für Krügerpark-Buchungen seine Pass-Nummer angeben musste. Als ich dann abends im Bett lag, ist mir aufgefallen, dass ich ihn nicht mehr habe. Ich habe ihn natürlich überall gesucht und Marie hat mir am nächsten Morgen noch geholfen, aber er war nirgends. Ich hatte mir schon die Telefonnummer der deutschen Botschaft herausgesucht und überlegt wie ich mir jetzt am besten einen neuen Pass besorge. Dann habe ich durch Zufall noch mal Heidi gefragt und sie hatte ihn tatsächlich. Tanni Tina (Tanni= Tante auf Afrikaans, so nennen die Kinder ihre Ersatzmütter) hat ihn ihr gegeben. Ich weiß zwar nicht wie er dahin gekommen ist, aber ich bin so froh, dass mein Reisepass wieder da ist und werde in Zukunft noch besser auf ihn aufpassen. Letzten Donnerstag ist auch noch eine neue Volontärin gekommen (Anna). Sie hat vorher in Durban gearbeitet, wo es ihr aber nicht gefallen hat. Sie wollte vielleicht mit uns in den Urlaub fahren, aber jetzt kommt sie wahrscheinlich ihr Freund besuchen. Am Donnerstag ist noch Franzi angekommen.Insgesamt sind wir nun 18 Freiwillige hier und bald sollen anscheinend noch welche kommen. Man kann also hier wirklich ein Mini-Deutschland aufmachen.

Morgen fahren wir alle nach Pretoria. Da ist irgendwie ein Spinning-Wettbewerb, bei dem auch einige von uns mitmachen (ich aber nicht). Es fahren aber auch einige mit, die nicht daran teilnehmen und ich denke, dass wird ein lustiger und schöner Tag mal außerhalb von Potch. Marie ist aber leider krank und kann nicht mitfahren. Sie soll sich aber auch lieber mal schonen, damit sie für unseren Urlaub wieder gesund ist.

Nächste Woche sind noch zwei Tage Schule und am Dienstag übernachten dann alle Kinder dort. Ich weiß aber noch nicht genau, ob Marie und ich abends auch hingehen. Wir müssen uns noch einen Fahrer organisieren, da wir nicht so gerne die ganze Nacht da bleiben wollen. Ansonsten üben wir täglich den Tanz für das Konzert im Oktober und der Tanz sieht auch langsam einigermaßen gut aus. So und nun geh ich schnell schlafen, denn morgen muss ich schon um 4 Uhr aufstehen.

2 Kommentare 18.9.09 21:34, kommentieren

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04.09.-06.09. Pilanesberg National Park

Letztes Wochenende haben Marie, Lotti, Lisa und ich einen super Ausflug in den Pilanesberg Nationalpark gemacht. Dieser Park ist circa 250 km von Potch entfernt und es leben über 10000 Tiere dort, darunter auch die Big Five! Wir hatten alles ziemlich kurzfristig geplant, aber alles hat super funktioniert. Unser Leihwagen war ein weißer Toyota Yaris, mit dem wir am Freitagmittag dann losgefahren sind. Allein bei der Fahrt konnte man sich schon schön die Landschaft anschauen. Es wurde immer hügeliger und teilweise auch grüner. Wir sind bis Swartruggens gefahren und mussten dann noch 6,5 Kilometer auf einem Schotterweg entlang fahren. Unser Auto sah danach auch dementsprechend aus. Der Backpacker (Salem Farm House) lag also mitten in der Pampa. Weit und breit gab es nichts außer dieser Farm. Die Besitzer waren sehr nett und wir waren die einzigen Gäste dort. Außer uns gab es aber noch jede Menge große Spinnen, Geckos und andere Tiere im Bad, das circa 30 Meter Fußweg von unserem Zimmer war. Insgesamt war der Backpacker sehr ursprünglich, aber gerade das war auch cool. Man hat sich wenigstens mal richtig wie in Afrika gefühlt. Freitagabend haben wir erstmal eine kleine Wanderung gemacht, wobei wir von einem der vier Farmhunde begleitet wurden. Die Landschaft dort war wirklich sehr schön, besonders der Sonnenuntergang war toll. Am Samstag sind wir schon um fünf vor Sechs nach Sun City aufgebrochen, wo unser Game Drive um 7 Uhr anfangen sollte. Mit der Zeit haben wir uns aber etwas verschätzt, sodass wir ziemlich rasen mussten. Das war ziemlich aufregend, denn die Hälfte der Strecke war noch ein Schotterweg. Um fünf vor Sieben (zehn Minuten später als wir eigentlich da sein sollten) waren wir aber dann noch im Sun City Welcome Center. Mit einem Jeep (circa 25 Plätze) sind wir dann in den Park aufgebrochen. Schön war, dass wir recht weit oben gesessen haben und so einen guten Überblick hatten und gute Fotos schießen konnten. Gleich am Anfang sind eine Nashornmutter (White Rhino) und ihr Baby direkt auf der Straße gelaufen. Des Weiteren haben wir ganz viele Gnus, Impalas, Springböcke und Warzenschweine gesehen, die nach einer Stunde schon nichts besonderes mehr waren. Zebras und Giraffen gab es auch ziemlich viele. Einmal lag ein totes Nilpferd auf der Straße, und unser Führer meinte, dass vielleicht bald Löwen kommen um es zu fressen, was allerdings nicht der Fall war. Zum Schluss haben wir auch in weiter Ferne Löwen erahnen können. Kurz bevor wir aus dem Park hinausfahren wollten, sind wir noch auf eine Elefantenherde getroffen. Das war echt toll. Circa 30 Elefanten inklusive Babys haben direkt vor uns die Straße überquert und sind zum Fluss zum Trinken gegangen. Das war eigentlich das Schönste an der ganzen Safari. Nach fast vier Stunden sind wir dann zurück nach Sun City gefahren. Dort haben wir uns dann noch alles angeschaut. Sun City ist ein Mini Las Vegas. Es gibt dort ein Spielkasino, Restaurants, Bars, Discos, eine Vergnügungshalle und einen Wasserpark. Das ganze passt nicht wirklich nach Afrika. Hätte ich meinen Bikini dabei gehabt, wäre ich aber schon gerne mal die riesen Wasserrutsche gerutscht, für die man sich in einen blauen Reifen setzt. Naja, so haben wir ein bisschen gespielt, haben etwas gegessen und sind nach zwei Stunden mit unserem Auto erneut in den Park hinein gefahren. Ein paar hundert Meter hinter dem Eingang stand plötzlich ein riesen Elefant vor uns auf der Straße. Wir wussten nicht, was wir machen sollte. Marie hat geschrien, wir sollten doch lieber wieder zurückfahren, aber Lotti hat sich wagemutig dem Elefanten genähert. Ein paar Mal sah es aus, als ob der Elefant direkt auf unser Auto zulaufen wollte, was er dann aber doch nicht gemacht hat. Wir haben es letztendlich geschafft, am Elefanten vorbeizufahren. Hinterher haben wir noch andere Fahrzeuge hinter uns beobachtet, die aber alle wieder rückwärts vor dem Elefanten geflüchtet sind. Es war auf jeden Fall cool, auch selbst mit dem Auto durch den Park zu fahren. Die Landschaft dort war faszinierend und wir haben auch allerhand Tiere gesehen. Besonders der Sonnenuntergang war wieder schön. Als wir den Park verlassen wollten, haben wir eine Autoansammlung auf der Straße gesehen. Fünf Löwen hatten zwei Nashörner attackiert. Natürlich sind wir dann sofort hingerast, aber es ist dann nicht mehr so viel passiert. In unserem Backpacker waren inzwischen noch drei Tschechen angereist, die aber nicht sehr sympathisch waren. Sonntags wollten wir eigentlich noch nach Sun City fahren, aber da wir es dort nicht so schön fanden, haben wir uns entschieden, drei andere Weltwärts-Freiwillige in Zeerust besuchen zu fahren, mit denen sich Lotti schon angefreundet hat. Zeerust ist viel kleiner als Potch und alles ist ländlicher. Nachdem wir einen Kaffee getrunken hatten, haben uns Lisa, Louisa und Josi mit auf ihre Farm genommen, zu der wir circa 30 Minuten hinten auf ihrem Pick-Up mitgefahren sind. Die drei erleben wirklich pures Afrika. Sie leben zu dritt in einem kleinen Holzhaus. Internet und Telefon können sie nur am Wochenende benutzen und an Kino und abends weggehen ist auch nicht zu denken. Letzte Woche gab es viele Brände auf der Farm und die drei mussten helfen, Feuer zu löschen und hatten sogar Angst, die Farm würde verbrennen. Von der Gasttochter der Familie wurden wir noch zum Barbecue eingeladen, doch leider mussten wir schon wieder nach Potch aufbrechen um nicht zu lange im Dunkeln fahren zu müssen. Das war echt ein tolles Wochenende!

Unser Backpacker

 

Nashornmami

 

Nashornmami mit ihrem Baby

Warzenschwein

 

Giraffe

 

Springbock

 

Löwen umzingeln Nashörner

Elefant und Baby

Elefantenherde

Löwe

Lotti, Marie und Lisa


 

 

1 Kommentar 7.9.09 21:11, kommentieren

30.08.09

Dieses Wochenende war für Marie und mich ein verlängertes Wochenende. Am Freitagmorgen haben die Freiwilligen, die nicht arbeiten mussten, anlässlich Miros Geburtstags zusammen gefrühstückt! Wir haben ihm extra Muffins gebacken (bzw meine Aufgabe war es nur die Streusel draufzustreuen) und ein Pokerset gekauft.

Wir werden normalerweise immer um 9.45 Uhr von Papi in die Schule gefahren. Doch an diesem Morgen haben wir vergeblich gewartet. Er ist nicht gekommen. Nach einer halben Stunde sind wir dann zum Office gelaufen und haben mal nachgefragt. Da haben wir erfahren, dass Papi dieses Wochenende frei hat. Wir haben dann bei der Schule angerufen und mussten auch nicht mehr hinkommen. Stattdessen sind wir dann mit ein paar anderen in die Mall gefahren

Abends haben wir dann Miros Geburtstag weiter gefeiert. Die Socialworker hatten uns vorgeschlagen ins Katlego zu gehen, das ist eine Disco in Ikageng. Das Township ist hier in drei Teile eingeteilt: Ikageng, Promosa und Mohadin (Inderviertel). Das heißt aber nicht, dass überall nur Blechhütten stehen. Teilweise gibt es dort auch sehr schöne Häuser. Ikageng gilt aber glaube ich als der eher ärmere Teil. Dort sind wir auch immer morgens mit dem Schulbus vorbeigefahren, wenn wir die Schulkinder in die Township-Schulen gefahren haben. Ich war etwas skeptisch, ob das klappt mit dem Katlego, da man uns das am Wochenende davor auch schon vorgeschlagen hatte und aber nichts daraus wurde. Naja, dieses Wochenende sollte es aber klappen. Ich habe mich auch richtig gefreut, weil die normalen Discos, in die nur die Weißen gehen, mich noch nicht so vom Hocker gerissen haben. Papi hat uns auch noch darauf hingewiesen, dass wir bloß zusammenbleiben sollen. Keiner geht alleine irgendwohin und wenn wir auf die Toilette müssen, sollen wir ihm bescheid sagen. Und alle Wertgegenstände sollten wir zu Hause lassen.

Mit Frankie sind wir dann also gefahren. Auf dem Parkplatz sah unser Auto sogar noch ganz schick aus. Bei einem Auto war die Windschutzscheibe nur noch mit Klebeband festgeklebt.

Schon als wir ausgestiegen sind, kamen ein paar schwarze Leute und haben mit uns geredet. Als wir dann ins Katlego reingegangen sind, haben uns wirklich alle angeschaut, denn wir waren die einzigen Weißen. Man wurde ständig angesprochen oder einfach am Arm festgehalten. Die Musik war zwar etwas eintönig, aber es hat trotzdem Spaß gemacht zu tanzen. Die Socialworker  haben uns auch immer nett vor zu aufdringlichen Männern beschützt. Einer ist zum Schluss allerdings bis zur Autotür mitgekommen, wollte die ganze Zeit meine Nummer haben, hat mich festgehalten und fotografiert. Das war aber auch der einzige der so schlimm war. Auffällig war, dass in der ganzen Disco vielleicht 15 Frauen waren und der Rest Männer. Um eins sind wir dann zur nächsten Disco gefahren. Allerdings war wohl jemand an unserem Auto. Jedenfalls wurde das Handschubfach durchsucht und zwei Jacken wurden geklaut. Darunter natürlich auch meine bei meinem GlückL Naja jetzt muss ich mir vielleicht doch noch mal einen Pulli kaufen, wenn ich mal einen schönen finde.

Auf jeden Fall war die zweite Disco auch ganz gut (hieß glaub ich Refilwe). Aber auch dort waren wir wieder eine Attraktion (mir wurde generell die ganze Zeit an die Haare gefasst). Die meisten fanden es glaube ich aber super, dass wir dort fahren. Viele haben uns gesagt, wir sollten uns frei fühlen und uns entspannen. Ich hoffe sehr, dass wir dort noch mal hinfahren werden.

Momentan ist der Leiter unserer Organisation aus Deutschland hier und schaut sich die ganzen Projekte an. Mit ihm und den anderen Leuten aus dem Kinderheim haben wir dann gestern Abend gegrillt. Als ich das Fleisch gesehen habe, dachte ich erst mal ohneee, da es Burenwürste gab, die ich überhaupt nicht mag. Das andere Fleisch ist normalerweise immer sehr sehr fettig. Aber zu meiner Überraschung war es an diesem Abend anders und hat echt super geschmeckt. Wir haben auch ein paar Springbokies getrunken (Das ist 2/3 Pfefferminzlikör mit 1/3 Amarula; die Schichten dürfen sich nicht vermischen) und sind dann aber schon früh ins Bett gegangen.

Heute Abend fahren wir nach Klerksdorp auf ein Straßenfest. Dort arbeitet auch eine Freiwillige (Katha) im Kinderheim. Sie ist dieses Wochenende bei uns zu Besuch und bei ihr ist es wohl nicht so schön wie bei uns. Sie ist die einzige Freiwillige dort, das Kinderheim ist auch auf nicht so einem guten Stand wie dieses hier und es gibt auch sonst einige Probleme.

Naja nächste Woche in der Schule werden wir mit unserem Tanz weiterüben, den wir für das Konzert am Jahresende machen. Diese Woche habe ich schon mit meinen Kindern angefangen, was allerdings etwas schwer war, da sie wie gesagt nicht sehr gut zuhören und daher auch die Tanzschritte dann nicht so gut können. Vielleicht klappt es ja nächste Woche besser.

5 Kommentare 30.8.09 12:55, kommentieren

23.08.09


Jetzt bin ich wirklich schon über drei Wochen hier Letzten Dienstag musste ich nicht arbeiten! Eva, Antina, Marie und ich sind zum Seminar der neuen Weltwärts-Freiwilligen gefahren. Die Inyala Game Lodge ist nur circa 45 Minuten von hier entfernt. Es gab dort sehr leckeres Essen und ich glaube wir haben den ganzen Tag einfach nur gegessen! Hier im Kinderheim ist das Essen nicht soo gut und es war mal wieder schön so etwas Leckeres zu essen. Die anderen Freiwilligen sind alle sehr nett. Insgesamt sind ungefähr 35 Leute mit dem DSJW in Südafrika. Neun sind zu uns ins Kinderheim bzw. in ein Straßenprojekt hier in Potch gekommen! Gemeinsam mit den anderen haben wir einen Game Drive gemacht. Darüber habe ich mich sehr gefreut, da ich ja unbedingt mal Tiere sehen möchte. Wir haben Löwen gesehen (die waren aber leider eingesperrt), Giraffen, Zebras, Springböcke, Impalas und viele weitere Tiere! Eine Babylöwin ist auch frei herumgelaufen (Bella, sie ist circa ein Monat alt) und wir konnten sie sogar auf den Arm nehmen! Das war schon mal ganz cool und ich freue mich schon mit Marie im September in einen Nationalpark zu fahren und richtig viele Tiere zu sehen.

Nachmittags hat ein Mann etwas über die Wirtschaft und Politik Südafrikas erzählt, was sehr interessant war! Abends sind dann noch einige Kinderheimkinder gekommen und haben Sachen vorgeführt. Unter anderem haben sie den Gummistiefeltanz getanzt, das ist wohl etwas Traditionelles hier. Die Mädchen haben sehr schön gesungen. Ich habe mich auch mit einem Mann (Alf) unterhalten, der irgendwie ein Projekt mit Bäumen macht (auch dort kommen Freiwillige hin). Er hat erzählt, dass man bei ihm einen Geburtstagsbaum pflanzen kann und ein Foto der Geburtstagkinder dann in einer Lodge hängt. Ich hoffe sehr, dass ich mir an meinem Geburtstag auch so einen Baum pflanzen kann.

Mit den Kindern sind wir dann abends wieder zurück ins Kinderheim gefahren. Leider mussten wir ja dann am nächsten Morgen wieder um sechs Uhr aufstehen. Ich habe momentan etwas Angst Läuse oder Hautpilze zu bekommen. Das haben hier nämlich ziemlich viele Kinder. Die meisten Mädchen haben auch ganz kurze Haare, weil man das Läuseproblem wohl nicht in den Griff bekommt. Ein kleines Mädchen (Nikita) hat noch lange Haare und sie ist eine, die auch immer zu uns kommt und mit ihrem Kopf immer an unserer Kleidung ist. Bei ihr haben wir schon Nissen gefunden. Aber naja, ich versuche wohl mich in nächster Zeit etwas von ihr fern zu halten und hoffe, dass ich keine Läuse bekomme. Meine Haare möchte ich mir nämlich nicht so gern abschneiden.

Im Kindergarten fangen wir jetzt langsam an, für das Abschlusskonzert zu proben (das findet Anfang Oktober nach den Ferien statt). Meine Klasse macht einen Tanz und ich hoffe, dass ich da auch etwas mitwirken kann. Die Lehrerin hat schon gefragt, ob ich nicht mit den Kindern auf der Bühne tanzen möchte, aber das mag ich lieber nicht! Auf jeden Fall tanzen alle Kinder hier sehr gerne und auch schon ganz gut.

Diese Woche haben Marie und ich auch angefangen, in den Mittagspausen Afrikaans zu lernen. Ich finde es immer noch schade, dass ich hier wahrscheinlich keine Sprache so richtig lernen bzw verbessern werde. Mit den Kindern führt man ja keine großen Gespräche oder so und im Kinderheim sprechen wir deutsch. Auch die fremde Kultur lerne ich meiner Meinung nach nicht so gut kennen. Ich werde mich aber mal informieren, ob ich hier einen Tswana-Kurs oder so machen kann! Auf jeden können wir ab nächster Woche um zehn Uhr anfangen zu arbeiten. Wir werden von einem Socialworker  jeden Tag zur Schule gefahren.

Wir haben jetzt auch wieder das Auto, das die alten Freiwilligen hatten und das die letzte Woche repariert wurde (es heißt Frankie). Cathy wollte es eigentlich nur den Weltwärts-Freiwilligen geben, aber wir konnten sie überzeugen, es uns auch zu geben. Man merkt immer mal wieder, dass die Weltwärts-Leute mehr bekommen als wir.

Naja, gestern Abend waren wir dann mit den anderen Freiwilligen weg. Es war ein sehr schöner Abend, aber als wir zurückfahren wollten, ist das Auto mitten auf der Kreuzung aus gegangen. Wir haben Frankie sogar geschoben, haben es aber nicht geschafft, ihn wieder zum Laufen zu bringen. Dann kam ein Polizeiwagen, der uns dann mit Blaulicht zur nächsten Tankstelle eskortiert hat. Dort haben die Polizisten noch Verstärkung geholt und auf einmal standen drei Polizeiwagen da (einer davon war sogar ziemlich groß. Zum Schluss ging dann das Auto auf jeden Fall wieder, wir haben den Polizisten Kaffee ausgegeben und ein Polizeiauto hat uns noch bis zum Kinderheim gebracht. Das war auf jeden Fall schon mal ein Erlebnis.

Heute Abend sind wir zu einer Einweihungsfeier eingeladen. Die zwei Freiwilligen, die im Straßenkinderprojekt arbeiten, haben eine eigene Wohnung nicht weit vom Kinderheim.

 

 Marie und Bella

 

Antina und Bella

 

 

Bella und ich

 

 

 

 

 

 

 

Löwenfressen

 

 

2 Kommentare 23.8.09 15:57, kommentieren

16.08.09

Marie und ich hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber wir haben es doch noch geschafft dieses Wochenende nach Pretoria zu fahren. Normalerweise haben wir Freitagnachmittag frei und sind um ein Uhr zu Hause. Doch als wir gerade heim gehen wollten, kam die aufgebrachte Babybetreuerin und meinte, wir müssten bis um 17 Uhr bleiben.

Naja wir haben es danach doch noch geschafft zur Mall zu fahren und unsere Tickets zu kaufen (180 Rand hin und zurück). Wir wollten dann am Samstag um sechs Uhr den Bus nehmen zusammen mit Eva und der neuen Freiwilligen Antina, die jetzt auch in unserer Flat wohnt und ein halbes Jahr hier bleibt. Nach über zwei Stunden Warten in Eiseskälte ist der Bus dann um 8.15 Uhr auch gekommen In Johannesburg mussten wir in einen Minibus umsteigen. Es waren nur schwarze Leute im Bus, die aber sehr nett schienen. Ich habe mich auch mit einem Mann unterhalten, der in Pretoria wohnt. Ich glaube mit dem Bus zu reisen ist eine gute Möglichkeit um auch mit Schwarzen in Kontakt zu kommen. Ich glaube das werde ich hier in Potch nicht unbedingt schaffen (außer die schwarzen Kinder im Kindergarten).

 

Mit dem Taxi sind wir dann zum Backpacker gefahren. Dort haben wir sogar ein Cottage bekommen, was auch nur 125 Rand pro Person gekostet hat inklusive Frühstück. Es war wirklich toll. Es gab zwei Etagen, große Badewanne, Kamin, Fernseher, Küche und an den Wänden hingen Masken und andere schöne Dinge. 

Am Nachmittag haben wir die Union Buildings (dienen neben Kapstadt als Regierungssitz) und den Church Square zu Fuß besichtigt. Außer bei den Union Buildings haben wir eigentlich keine weißen Menschen gesehen, was mich etwas überrascht hat. Wir wurden von vielen Leuten angeschaut und angesprochen. Abends waren wir dann ziemlich kaputt, haben uns noch Essen gekocht und ein Feuer im Kamin gemacht.

Am Sonntag sind wir zum Voortrekker Monument gefahren, was etwas außerhalb liegt, aber wir haben einen netten Taxifahrer gefunden, der uns hingefahren dort sogar wieder abgeholt hat. Wir haben auch einen Eintrittsrabatt gekommen (statt 32 Rand nur 15). Die alten Weltwärts-Freiwilligen haben uns schon gesagt, dass man als Volontäre öfters Rabatt bekommt.

Um 14 Uhr ist dann unser Bus an der Pretoria Station abgefahren und diesmal sogar pünktlich. Wir sind mit nur 20 Minuten Verspätung um 17 Uhr in Potch angekommen. Annelien, die auch schon so nett war, uns am Samstag zur Bus Station zu fahren, hat uns wieder abgeholt.

 

Und nun noch zu meiner restlichen Woche: Am Montag war Feiertag. Leider hatte mein Fahrrad schon gleich einen Platten (die Qualität des Fahrrads ist generell nicht so gut). Ein Junge wollte es mit gleich zum reparieren abnehmen, aber wahrscheinlich hätte ich es dann nie wieder gesehen! Aber nun ist es wieder heile und Marie und ich können wieder mit dem Fahrrad die Gegend erkunden^^.

Leider bin ich diese Woche etwas krank geworden, aber nicht soo schlimm. Trotzdem sind zehn Stunden Arbeit da ziemlich lang. Wir haben aber mit der Direktorin gesprochen und sie hat gemeint, es sei kein Problem, wenn wir erst um zehn Uhr anfangen. Nur haben wir eben noch das Transportproblem und konnten es noch nicht klären. Ich hoffe wir bekommen das nächste Woche hin.

Diese Woche habe ich jeden Nachmittag in der Baby Unit gearbeitet. Sind wirklich süß die Kinder. Die meisten sind auch gar keine richtigen Babys mehr sondern circa ein bis zwei Jahre alt. Habe sogar mein erstes Mal Windeln gewechselt^^. Allerdings habe ich das dann Mittwoch und Donnerstag von jemand anderem machen lassen und habe lieber mit den Kindern gespielt, sie gefüttert und umgezogen. Am Freitag mussten wir ja dann den ganzen Nachmittag dort verbringen und wir mussten auch alle Windeln wechseln.

Die Direktorin meinte, wir könnten dort die nächsten drei Wochen arbeiten, doch ich glaube, dass mag ich nicht. Vielleicht kann ich das noch umändern.

In meiner Klasse haben wir diese und auch nächste Woche das Thema „Animals“. Ich habe z.B. die Wild- und Farmanimals erklärt. Allerdings ist das immer noch etwas schwer, da die Kinder nicht sehr gut zuhören, nicht leise sind und lieber die ganze Zeit rumlaufen, spielen und sich schlagen.

Ich habe den Kindern auch an zwei Tagen Hänsel und Gretel vorgelesen und ihnen danach Fragen dazu gestellt ( das zweite Mal ging es allerdings deutlich besser, da die Kinder Süßigkeiten zur Belohnung bekommen haben).

Am Mittwochabend war dann die Abschiedsfeier der Weltwärtsfreiwilligen, bei der die Kinderheimkinder Dinge vorgeführt haben (jedes Haus etwas für seinen Freiwilligen). War wirklich sehr schön aber auch traurig. Danach gab es noch leckeres Essen

Am Freitag war die Lehrerin der Bunny-Class nicht da und Marie und ich haben die Klasse übernommen. Die Kinder haben teilweise sogar auf das gehört, was wir gesagt haben. Beim Geschichten lesen (z.B. Danny, the Duckling) waren sie sogar fast ganz ruhig, obwohl ich glaube, dass sie auch da nicht richtig zugehört haben. Nach dem Spielen auf den Spielplätzen haben sie sich sogar gleich alle auf den Teppich gesetzt um danach auf Toilette zu gehen (das machen sie hier immer alle gemeinsam). Ich glaube aber diese Klasse ist leichter unter Kontrolle zu bringen als meine.

Die Jungs beim Michael Jackson nachmachen Der in der Mitte ist Thembi, er kann das besonders gut!

 

 Affenbesuch


Die Kleinkinder

 Unser Cottage-Wohnzimmer in Pretoria

Marie und ich auf dem Church-Square

Union-Buildings

Ich, Marie, Eva und Antina beim Voortrekker-Monument

1 Kommentar 16.8.09 21:29, kommentieren

08.08.09

Eine lange Woche geht nun zu Ende. Ich bin jeden Tag um sieben Uhr zusammen mit den Heimkindern mit dem Schulbus zum Kindergarten aufgebrochen. Die Fahrt dauert allerdings circa 50 Minuten, da wir noch ein paar Townshipschulen anfahren. Heimgekommen sind wir dann auch erst um 17 Uhr (Wir reden nächste Woche mit der Direktorin, ob wir nicht erst um neun oder zehn Uhr kommen könnten). Diesen Freitag war Grandparentsday und der 27. Geburtstag des Kindergartens. Deshalb haben die Kinder auch die ganze Woche Sachen dafür eingeübt. Es gibt auch eigentlich einen Zeitplan, was die Kinder wann machen, aber der wurde diese Woche nicht so richtig eingehalten. Am Anfang gibt es auf jeden Fall immer „Creative Art Work“. Die letzte Stunde vor der Mittagspause wird mit einem Buch gearbeitet und ich hoffe, dass ich das bald selbst mit den Kindern machen kann. Ansonsten kann ich jetzt schon alle Namen, worauf ich ganz stolz bin, denn fast alle habe ich noch nie gehört (z.B. Katlego, Basetsana, Thembekile, Kgutelang, Tshenolo). Die Kinder sind allerdings schon anstrengend und zieeeeemlich laut. Ich hoffe, ich kriege es bald hin, dass sie richtig auf mich hören.

Es gab diese Woche auch eine Affenattacke. Es kamen auf einmal ungefähr 20 Affen in den Kindergarten, die das Essen der Kinder klauen wollten (bei einer Dose haben sie es auch geschafft). Man hat uns gesagt, dass das öfters vorkomme.

Naja ansonsten ist die Küchenfrau hier noch ganz lustig (Anna). Ich habe mit ihr ausgemacht, dass sie mir jeden Tag ein Wort auf Tswana beibringt. „Bleib sitzen“ kann ich schon.

Gestern wurden uns ganz überraschend Fahrräder gekauft. Die konnten wir uns selbst aussuchen und sind dann gleich mit ihnen heimgefahren. So können wir jetzt unabhängig von den Anderen wenigstens einkaufen gehen.

Heute haben wir dann einen Ausflug mit einem Kindeheimhaus zum Vredefort Dome gemacht. (Das Kinderheim ist in Häuser mit je circa 25 Kindern aufgeteilt) Die anderen Freiwilligen haben gesagt, das sei noch so mit das Schönste was man hier besichtigen kann. Der Vredefort Dome ist der größte identifizierte Einschlagkrater der Erde. Dort sind wir dann gewandert. Momentan ist allerdings alles ziemlich trocken. Danach haben wir ein Braai gemacht. Es gab Fleisch (ziemlich fettig) und Pap ( ist glaube ich Maisbrei). Insgesamt war es ein ganz schöner Ausflug.

Heute Abend haben wir dann noch ein Rugbyspiel angeschaut in einer Bar und Südafrika hat auch gewonnen

8.8.09 22:18, kommentieren

03.08.09 Erster Arbeitstag

Heute waren wir nun zum ersten Mal in dem Kindergarten/Vorschule und es war echt cool. Zuerst wurden wir von der Direktorin herumgeführt und dann wurde uns eine Klasse zugeteilt. Marie hat die Klasse mit den Dreijährigen bekommen und ich die mit den Fünfjährigen. Das ist die „Cats-Class“. Das sind die Kinder, die nächstes Jahr in die Schule kommen. Die meisten sind schwarze Kinder, die muttersprachlich Setswana sprechen, aber in der Schule dann Englisch lernen und auch schon wirklich gut Englisch können. Ich habe auch vier Inder in der Klasse und ein paar, die Xhosa und Zulu sprechen. Aber unterrichtet wird nur in Englisch. Heute haben die Kinder morgens am Computer gearbeitet (sie haben die Zahl 5 gelernt und mussten z.B. auf alle Fischschwärme klicken, die aus fünf Fischen bestanden). Es gibt auch immer eine Playtime, in der die Kinder auf einem der drei Spielplätze spielen dürfen. Die Kinder mussten sich auch waschen gehen, was ganz lustig ist, denn sie müssen sich in einer Reihe aufstellen mit Waschlappen auf dem Kopf, Finger auf dem Mund und dann laufen sie zu den Waschräumen.

Circa um ein Uhr haben wir dann Mittagspause (die Kinder gehen dann essen und schlafen), in der wir das geschmierte Brot vom Kinderheim essen dürfen (Weisbrot mit Fisch-oder Fleischkonzentrat, komischen Aufstrichen oder Erdnussbutter). Nachmittags können die Kinder dann hauptsächlich spielen. Die vom Kinderheim haben etwas an uns geklebt und ich bin auch froh, dass ich nicht in deren Klasse bin. Viele Mädchen haben dann angefangen zu tanzen und zu singen (auf Setswana). Es ist wirklich erstaunlich, was die Kinder in diesem Alter schon alles können. Die haben wirklich super getanzt und bei Gelegenheit werde ich bestimmt mal ein Video davon machen. Ein Junge hat auch schon mal super Michael Jackson nachgemacht.

Naja auf jeden Fall bin ich nach diesem Tag erstmal erschöpft. Die Weltwärts-Freiwilligen sind grade auf ihrem Abschluss-Seminar und wir sind alleine in unserer Flat zusammen mit Eva (eine Freiwillige, die in einem Straßenprojekt arbeitet).

3.8.09 21:35, kommentieren