Anny in Südafrika

30.08.09

Dieses Wochenende war für Marie und mich ein verlängertes Wochenende. Am Freitagmorgen haben die Freiwilligen, die nicht arbeiten mussten, anlässlich Miros Geburtstags zusammen gefrühstückt! Wir haben ihm extra Muffins gebacken (bzw meine Aufgabe war es nur die Streusel draufzustreuen) und ein Pokerset gekauft.

Wir werden normalerweise immer um 9.45 Uhr von Papi in die Schule gefahren. Doch an diesem Morgen haben wir vergeblich gewartet. Er ist nicht gekommen. Nach einer halben Stunde sind wir dann zum Office gelaufen und haben mal nachgefragt. Da haben wir erfahren, dass Papi dieses Wochenende frei hat. Wir haben dann bei der Schule angerufen und mussten auch nicht mehr hinkommen. Stattdessen sind wir dann mit ein paar anderen in die Mall gefahren

Abends haben wir dann Miros Geburtstag weiter gefeiert. Die Socialworker hatten uns vorgeschlagen ins Katlego zu gehen, das ist eine Disco in Ikageng. Das Township ist hier in drei Teile eingeteilt: Ikageng, Promosa und Mohadin (Inderviertel). Das heißt aber nicht, dass überall nur Blechhütten stehen. Teilweise gibt es dort auch sehr schöne Häuser. Ikageng gilt aber glaube ich als der eher ärmere Teil. Dort sind wir auch immer morgens mit dem Schulbus vorbeigefahren, wenn wir die Schulkinder in die Township-Schulen gefahren haben. Ich war etwas skeptisch, ob das klappt mit dem Katlego, da man uns das am Wochenende davor auch schon vorgeschlagen hatte und aber nichts daraus wurde. Naja, dieses Wochenende sollte es aber klappen. Ich habe mich auch richtig gefreut, weil die normalen Discos, in die nur die Weißen gehen, mich noch nicht so vom Hocker gerissen haben. Papi hat uns auch noch darauf hingewiesen, dass wir bloß zusammenbleiben sollen. Keiner geht alleine irgendwohin und wenn wir auf die Toilette müssen, sollen wir ihm bescheid sagen. Und alle Wertgegenstände sollten wir zu Hause lassen.

Mit Frankie sind wir dann also gefahren. Auf dem Parkplatz sah unser Auto sogar noch ganz schick aus. Bei einem Auto war die Windschutzscheibe nur noch mit Klebeband festgeklebt.

Schon als wir ausgestiegen sind, kamen ein paar schwarze Leute und haben mit uns geredet. Als wir dann ins Katlego reingegangen sind, haben uns wirklich alle angeschaut, denn wir waren die einzigen Weißen. Man wurde ständig angesprochen oder einfach am Arm festgehalten. Die Musik war zwar etwas eintönig, aber es hat trotzdem Spaß gemacht zu tanzen. Die Socialworker  haben uns auch immer nett vor zu aufdringlichen Männern beschützt. Einer ist zum Schluss allerdings bis zur Autotür mitgekommen, wollte die ganze Zeit meine Nummer haben, hat mich festgehalten und fotografiert. Das war aber auch der einzige der so schlimm war. Auffällig war, dass in der ganzen Disco vielleicht 15 Frauen waren und der Rest Männer. Um eins sind wir dann zur nächsten Disco gefahren. Allerdings war wohl jemand an unserem Auto. Jedenfalls wurde das Handschubfach durchsucht und zwei Jacken wurden geklaut. Darunter natürlich auch meine bei meinem GlückL Naja jetzt muss ich mir vielleicht doch noch mal einen Pulli kaufen, wenn ich mal einen schönen finde.

Auf jeden Fall war die zweite Disco auch ganz gut (hieß glaub ich Refilwe). Aber auch dort waren wir wieder eine Attraktion (mir wurde generell die ganze Zeit an die Haare gefasst). Die meisten fanden es glaube ich aber super, dass wir dort fahren. Viele haben uns gesagt, wir sollten uns frei fühlen und uns entspannen. Ich hoffe sehr, dass wir dort noch mal hinfahren werden.

Momentan ist der Leiter unserer Organisation aus Deutschland hier und schaut sich die ganzen Projekte an. Mit ihm und den anderen Leuten aus dem Kinderheim haben wir dann gestern Abend gegrillt. Als ich das Fleisch gesehen habe, dachte ich erst mal ohneee, da es Burenwürste gab, die ich überhaupt nicht mag. Das andere Fleisch ist normalerweise immer sehr sehr fettig. Aber zu meiner Überraschung war es an diesem Abend anders und hat echt super geschmeckt. Wir haben auch ein paar Springbokies getrunken (Das ist 2/3 Pfefferminzlikör mit 1/3 Amarula; die Schichten dürfen sich nicht vermischen) und sind dann aber schon früh ins Bett gegangen.

Heute Abend fahren wir nach Klerksdorp auf ein Straßenfest. Dort arbeitet auch eine Freiwillige (Katha) im Kinderheim. Sie ist dieses Wochenende bei uns zu Besuch und bei ihr ist es wohl nicht so schön wie bei uns. Sie ist die einzige Freiwillige dort, das Kinderheim ist auch auf nicht so einem guten Stand wie dieses hier und es gibt auch sonst einige Probleme.

Naja nächste Woche in der Schule werden wir mit unserem Tanz weiterüben, den wir für das Konzert am Jahresende machen. Diese Woche habe ich schon mit meinen Kindern angefangen, was allerdings etwas schwer war, da sie wie gesagt nicht sehr gut zuhören und daher auch die Tanzschritte dann nicht so gut können. Vielleicht klappt es ja nächste Woche besser.

30.8.09 12:55

Werbung


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ricarda (30.8.09 13:19)
papi?


kira (30.8.09 19:49)
das wäre auch meine frage gewesen :D

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen