Anny in Südafrika

06.12.09

Dienstag haben wir meinen Geburtstag gefeiert. Schon die Woche zuvor habe ich das Päckchen von meiner Familie abgeholt und mich schon die ganze Zeit gefreut es aufzumachen. Morgens habe ich erstmal schön mit Marie, Anna, Greta und Amelie auf unserem Balkon bei strahlendem Sonnenschein gefrühstückt. Endlich hatte ich auch mal im Sommer Geburtstag. Später haben die anderen ein Lied für mich gesungen und ich durfte in den Geschenkeraum gehen. Bei Marie zu Hause ist das nämlich so üblich. Die anderen Freiwilligen haben mir einen Fresskorb gemacht und Maries Oma hat mir auch Schokolade geschickt Ich möchte mich auch noch mal herzlich bei allen bedanken, die an mich gedacht haben.  Danach musste ich leider normal arbeiten gehen. Dort wusste auch keiner, dass ich Geburtstag habe, was aber auch nicht so schlimm war. Abends hatten die Kinderheimangestellten ihre Weihnachtsfeier. Während die anderen Nichtweltwärtsfreiwilligen in den Häusern auf die Kinder aufpassen mussten, durfte ich mir auch den Bauch auf der Weihnachtsfeier vollschlagen. Danach sind wir aber alle zusammen feiern gegangen und Marie hat sogar noch eine Krone für mich gebastelt. Auf jeden Fall war es ein schöner Geburtstag, wenn auch ganz anders als zu Hause.

Diese Woche war auch meine letzte Arbeitswoche, was sich aber erst am Freitag herausgestellt hat. Normalerweise hätten wir nächste Woche noch arbeiten müssen, doch die meisten Kinderheimkinder sind am Freitag schon in ihre Ferien gefahren (Viele Kinder fahren zu ihren Familien, Verwandten oder Gastfamilien. Es bleiben nur ganz wenige Kinder im Kinderheim.) So gibt es keinen Transport für uns zur Schule und die Direktorin meinte auch, wir könnten zu Hause bleiben. Obwohl dies ja erst die vorletzte Schulwoche war, war nur noch circa die Hälfte der Kinder in der Schule. Von vielen konnte ich mich also gar nicht mehr verabschieden. Es gab noch eine kleine Abschiedsfeier, bei der sich bei den Lehrern, Putzfrauen und bei uns bedankt wurde. Danach haben wir uns in eine Reihe gesetzt und wurden von jedem Kind umarmt. Es war schon traurig sich von allen Kindern zu verabschieden und zu wissen, dass man sie nie wieder sieht und auch nicht weiß, was aus ihnen wird. Dennoch freue ich mich auch, dass ich nach den Ferien noch in einem anderen Projekt arbeiten kann und noch neue andere Erfahrungen sammeln kann. Ab dem 11. Januar arbeite ich mit Amy und Greta bei Hope Village. Dieses Projekt will den ärmsten Familien (vor allem Frauen, die viele Aidswaisen aufgenommen haben) aus dem Township eine neue Perspektive geben. Die Frauen können in der Lederfabrik El Gibor arbeiten. Es werden Häuser gebaut, in die sie dann mit den Kindern einziehen können (gerade zieht die zweite Familie in ihr Haus ein). Die Kinder können in den Kindergarten (Amapelo) gehen. Seit kurzem unterstützt Hope Village auch noch einen anderen Kindergarten (Lerato) im Township. Dort ist es wirklich sehr arm. Es gibt nur zwei Container für die Kinder, kaum Spielsachen und keine ausgebildeten Lehrer. In Lerato werde ich zwei Tage in der Woche arbeiten, in Amapelo drei Tage. Nachmittags können wir noch Aktivitäten mit den Kindern aus den gebauten Häusern machen oder beim Häuserbau helfen (sofern wieder Geld da ist um neue Häuser zu bauen). Soviel also zum neuen Projekt.

 

Ich wurde auch noch nach ein paar Informationen zum Kinderheim gefragt. Es gibt hier also neun Häuser (fünf Mädchenhäuser, vier Jungenhäuser), in jedem wohnen ungefähr 25 Kinder. Eigentlich sollen in jedem Haus alle Altersgruppen von Kindern wohnen, aber natürlich gibt es auch Häuser, in denen eher die jüngeren bzw älteren Kinder wohnen. Das jüngste Kind ist Banele (drei Jahre). Ausziehen müssen die Kinder, wenn sie die Schule beendet haben (was normalerweise nach 12 Schuljahren mit 18 ist, aber hier im Kinderheim schon mal 20/21 sein kann). Natürlich werden die Kinder auch außerhalb des Kinderheims weiter unterstützt. Generell gehen die Kinder in die unterschiedlichsten Schule in Potch und in Ikageng (Township). Nun noch mal zu den Häusern: Jedes Haus hat eine Tannie (Tante), die sich um die Kinder kümmert. Von Weltwärts wurden auch genau neun Freiwillige in die einzelnen Häuser als Unterstützung geschickt. Die Jungenhäuser haben je zusätzlich zur Tannie auch einen Childcareworker, der sich mit um die Jungs kümmert und mit dem sich die Tannie und der jeweilige Freiwillige die Schichten teilt. Außerdem gibt es auch noch Socialworker, die sich bei Problemen um die Kinder kümmern. Die Tannies haben immer sehr viel zu tun und fast keine Freizeit, da sie eigentlich Tag und Nacht für die Kinder da sein müssen und sehr wenig Geld dafür bekommen (circa jedes dritte Wochenende haben sie mal frei). Sie wohnen auch alle direkt in den Häusern und haben einen abgegrenzten Bereich als Wohnung. Ich denke für sie sind die Freiwilligen schon eine große Entlastung. Am Wochenende machen diese auch mal die Nachtschicht und die Tannie könnte z.B. mal weggehen. Generell arbeiten die Freiwilligen immer im Wochenwechsel von 14-19 bzw 21 Uhr + Nachtschicht am Wochenende manchmal. Je nach Alter helfen sie bei den Hausaufgaben, spielen Spiele, gehen Schwimmen und helfen bei der täglichen Routinen (wie essen, duschen, ins Bett gehen, Tv schauen usw.) Daneben machen sie auch noch Aktivitäten wie Youth Club (Art Disco im Internetraum) oder Snoepie  (Kiosk für die Kinder, in dem diese ihr Taschengeld augeben können). Wenn ihr gerne noch weitere Informationen hättet, sagt mir einfach Bescheid.

 

Nun zu meiner Ferienplanung: Ich habe erstmal Sommerferien bis zum 11. Januar. Am 14. Dezember fliege ich mit Anna nach Kapstadt. Wir werden uns Kapstadt nocheinmal anschauen. Vielleicht schaffe ich es ja diesmal auf den Tafelberg zu fahren. Danach fahren wir noch an die Westküste und nehmen dann einen Bus nach East London, von wo aus wir dann die Küste bis nach Durban entlangfahren. Am 28. Dezember fliegt Anna wieder nach Deutschland und ich feiere Silvester mit den Kinderheimfreiwilligen wieder in Kapstadt. Am 4. Januar fahre ich mit den anderen Freiwilligen mit dem Zug (Shozoloza) wieder zurück nach Potch, was circa 25 Stunden dauert. Anscheinend soll es aber wirklich schön und man fährt auch durch die Kalahariwüste, in der ich ja noch nicht war (wegen der Hitze habe ich mich dazu entschieden, dort auch nicht hinzufahren).

Heute Morgen war auch schon der Marie-Nikolaus bei mir. Er hat mir eine Mango, eine Galliermelone, drei Kiwis, einen Nikolaus und Rittersport-Schokolade gebracht. Der Anna-Nikolaus hat mir auch einen großen Schokonikolaus gebracht. So, jetzt wünsche ich euch auch noch einen schönen Nikolaus und zweiten Advent.

Caleb, ich, Dimpho

Marie, ich und Clara mit Kindern

 

Ich, Marie und Clara

Papie und ich

Marie und ich

Ich, Eva, Lotti, Doreen (Küchenchefin) und zwei weitere Angestellte

 

 

 

 

6.12.09 11:19

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros / Website (9.12.09 21:48)
Nachträglich alles Gute zum Geburtstag

LG

Maccabros

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