Anny in Südafrika

Sommerurlaub (14.12.09-05.01.10)

So und schon bin ich wieder zurück in Potch. Ich wünsche euch erstmal ein frohes neues Jahr und hoffe ihr habt alle schön gefeiert.

Am 14.12. ging es für mich in den Sommerurlaub mit Anna (meiner Flatmitbewohnerin). Das hieß auch, dass Maries und meine gemeinsame Zeit zu Ende ging, denn Marie ist am 28.12. schon wieder nach Deutschland geflogen.

Morgens früh sind wir also nach Kapstadt geflogen und haben die ersten zwei Tage in der Innenstadt verbracht. Diesmal habe ich beim Souvenirkauf richtig zugeschlagen. Schließlich ist das ja auch mein letzter Urlaub hier in Südafrika gewesen. Ich bin mal gespannt, wie ich das alles nach Deutschland transportiere. Anna und ich haben eine Tour mit einem roten Sightseeingbus gemacht, wodurch ich Kapstadt auch noch mal von einer anderen Seite kennen gelernt habe und noch neues gelernt habe. Diesmal waren wir auch endlich auf dem Tafelberg. Allerdings waren wir faul und sind mit der Seilbahn gefahren. Von dort oben hat man echt eine super Aussicht auf ganz Kapstadt. Nach einiger Zeit kam aber eine Wolkenwand und innerhalb von ein paar Minuten war alles zugezogen.

Am 16.12. sind wir dann die Westküste hochgefahren, die ich auch noch nicht kannte. Unser Ziel hieß Paternoster, das ist ein Ferienörtchen, in dem es nur weiße Häuschen gibt. Am Straßenrand stehen viele Verkäufer, die einem Langusten verkaufen wollen. Nachdem wir unser B&B-Zimmer mit Meerblick bezogen hatten, gingen wir zum Strand. Das Wasser dort ist allerdings genauso kalt wie in Kapstadt und nachdem ich bei einem Strandspaziergang circa 50 große rote Quallen entdeckt habe, entschied ich mich dafür, doch lieber nicht ins Wasser zu gehen. Abends sind wir dann noch Meeresfrüchte essen gegangen.

Am 17.12. ging es dann weiter in die Cedarberge, welche neben den Drakensbergen die schönsten Berge Südafrikas sein sollen. Was wir allerdings nicht bedacht haben, ist, dass es dort echt heiß ist, viel zu heiß zum wandern. Der Angestellte des Backpackers hat uns vorgeschlagen, doch lieber mit Reifen den Fluss entlangzufahren, was wir dann auch gemacht haben. Leider bin ich dabei öfters umgefallen und hatte ganz viele schwarze Würmer am ganzen Körper. Am nächsten Morgen sind wir dann früh mit dem Auto in die Cedarberge hineingefahren. Doch schon da war es super heiß. Wir haben also nur ein paar Fotos gemacht und sind dann zurück nach Kapstadt und nach Muizenberg weitergefahren, wo wir dann die Kaphalbinsel besichtigen wollten. In Muizenberg haben wir beim 70-jährigen Dion mit Hippiestirnband gewohnt, der echt sehr lustig war. Muizenberg gilt auch als Surferparadies und es gibt drei Surfschulen dort. Die Preise sind allerdings auch sehr hoch und ich habe mich dazu entschieden noch bis zur Wild Coast zu warten. Während der zwei Tage in Muizenberg waren wir noch mal beim Kap der guten Hoffnung und in Hout Bay, von wo aus wir einen Bootsausflug zur Robbenkolonie af Duiker Island gemacht haben.

Am 20.12. sind wir dann abends in den Greyhoundbus nach East London gestiegen. Im Busbahnhof war echt eine Menge los und ich bin froh, mein ganzes Gepäck noch zu haben. Einen Dieb haben wir gerade noch weglaufen gesehen, wobei er eine Putzfrau zu Boden gerissen hat. Der Bus war recht komfortabel und es liefen auch ein paar Filme. Nach ein paar Stunden hat es allerdings ziemlich gestunken. Am nächsten Mittag sind wir dann in East London angekommen und zu unserem Backpacker direkt am Strand gelaufen. Das Wasser wird immer wärmer, je weiter man die Küste hochfährt. So konnte man in East London schon problemlos baden gehen. Es ist schon alles etwas anders als in Kapstadt. Es gibt viel weniger Touristen und man merkt, dass die Leute hier ziemlich arm sind. In unserem Backpacker gab es nicht nur Ausländer oder Buren, sondern auch schwarze Familien und Touristen aus dem Inland. East London und die Wild Coast, die wir danach entlang gefahren sind gehören zur ehemaligen Transkei. Die Transkei war das erste Homeland und gehört heute zu den dichtestbesiedeltsten und ärmsten Regionen Südafrikas. So ist auch die Gewaltrate ziemlich hoch. Man war oft erstaunt, dass zwei Mädels dort allein entlang fahren, doch wir haben uns weder bedroht gefühlt noch hatten wir Angst (außer vielleicht manchmal ums Auto).

In East London hatten wir auch endlich unsere erste Surfstunde. Der Surflehrer hat uns abgeholt und zu einem anderen Strand gefahren. Erst hat er uns die Aufstehtechniken erklärt und dann ging es auch schon direkt ins Wasser. Beim ersten Mal habe ich sogar schon gestanden (danach aber auch öfters nicht) und es hat so einen Spaß gemacht. Ich habe mir fest vorgenommen in Coffee Bay auch noch eine Surfstunde zu nehmen, denn die kosten dort nur 40 Rand. Daraus wurde dann aber nichts, da der Surflehrer an Weihnachten nicht da war.

Am 23.12. sind wir dann nach Coffee Bay aufgebrochen, was viel länger dauerte, als wir dachten. Die letzten 80 Kilometer war eine Schotterpiste mit riesigen Schlaglöchern, wodurch wir an manchen Stellen nicht schneller als 20 km/h fahren konnten. Das war schon eine lustige Fahrt. Als erstes sind wir auf eine Horde halbnackter singender Männer mit Stöcken in der Hand getroffen, die direkt vor uns die Straße überqueren wollten. Außerdem gab es viele Kühe, Hunde, Ziegen (die z.B. am Straßenrand standen und kurz bevor ich an ihnen vorbei fahren wollte auf die Straße gesprungen sind) und bettelnde Kinder auf der Straße.

Gewohnt haben wir dann in einer Rundhütte direkt am Meer. Es sieht dort ein bisschen wie im Urwald aus und am Straßenrand stehen viele Frauen, die Perlenschmuck verkaufen. In Coffee Bay ist auch alles recht arm und ursprünglich. Es gibt dort nicht mal einen Supermarkt oder eine Tankstelle, nur kleine Shops in denen z.B. Kinder arbeiten. Am Strand findet man Kühe und Esel. Im Backpacker dort haben wir auch ein paar Freiwillige aus Zeerust getroffen.

An Heiligabend haben Anna und ich auch eine kleine Bescherung gemacht und sind danach zum Weihnachtsessen gegangen, das vom Backpacker organisiert wurde. Das war lecker, die Stimmung war auch gut und wir saßen mit netten Leuten am Tisch. Es war zwar nicht wie Weihnachten und Weihnachtsstimmung kam auch nicht auf, aber trotzdem war es ein schöner Abend.

Am 25.12. sind wir dann nach Southbroom aufgebrochen, von wo aus wir eigentlich das Oribi Gorge Nature Reserve besichtigen wollten. Es hat allerdings so geregnet, dass das nicht möglich war und uns nur ein Regenspaziergang zum Strand übrig blieb.

Die letzte Station unseres Urlaubes zu zweit war dann der Warner Beach südlich von Durban. Ich habe mit einfach mal ein Surfbrett mitgenommen, doch mit solchen Wellen hatte ich nicht gerechnet. Nach einem Meter im Wasser konnte ich das Brett schon nicht mehr halten und selbst ohne das Brett bin ich gleich hingefallen. Am 27.12. besuchen wir noch Annas „Ersatzoma“ aus ihrem vorherigen Projekt in Durban und am nächsten Tag ging es für Anna schon wieder zurück nach Deutschland. Ihre fünf Monate in Südafrika sind echt schnell vorbeigegangen und mir wird klar, dass meine Zeit ja auch schon bald zu Ende ist.

Ich fliege aber erstmal wieder nach Kapstadt, denn in Potch wäre ich alleine an Silvester und diese Idee fand ich nicht so toll. Ich wurde also von Benni, Lisa, Lotti und Eva vom Flughafen abgeholt und mit ihnen verbrachte ich noch eine Woche in Kapstadt. In dieser Zeit lernte ich das Nachtleben von Kapstadt kennen und es ist wirklich so, dass auch Weiße und Schwarze zusammenfeiern können, was in Potch ja nun gar nicht möglich ist.

An Silvester waren wir nachmittags bei einem Socialworker aus dem Kinderheim in Potch eingeladen, dessen Eltern ein teueres Apartement in Clifton direkt am Strand besitzen. Man fühlte sich echt wie in einer anderen Welt, es gab leckere Essensplatten und wir wurden mit allerlei Getränken versorgt (darunter auch teuer Wein und Champagner). Abends sind wir dann auf die Greenmarketsquare-Silvesterparty gegangen, was auch ganz cool war. Nur die Raketen haben gefehlt.

Während der Woche in Kapstadt war ich auch noch einmal auf dem Tafelberg, diesmal sind wir aber hochgewandert, und das in der Mittagssonne. Das war soo anstrengend und nach ca. 2h war ich dann auch endlich oben. Am 2.1. ist in Kapstadt Karneval. Dafür ist den ganzen Tag die Straße gesperrt und die Einheimischen platzieren sich mit Stühlen, Decken und Kühltaschen am Straßenrand. Dafür fand ich es allerdings ziemlich enttäuschend. Jede halbe Stunde kam mal eine Gruppe vorbei, die weder Süßigkeiten geworfen haben noch außergewöhnliche Kostüme anhatten. Naja stattdessen sind wir dann shoppen gegangen.

Am 4. Januar haben wir dann den Zug (Shosholoza) zurück nach Potch genommen. Die Fahrt hat 24 Stunden gedauert, aber wir hatten sogar richtige Betten dort und es gab einen Speisewagen. Es war schön sich die Landschaft noch einmal anzuschauen und besonders die Karoo-Halbwüste fand ich toll. Zurück in Potch war es erstmal komisch. Ich wohne jetzt allein in der oberen Flat, da Marie und Anna ja schon zurück in Deutschland sind. Diese Woche hatte ich noch frei und am Montag geht die Arbeit bei Hope Village los.

Gekko auf dem Tafelberg

 

Tafelberg

 

Tafelberg

 

Zwölf Apostel

 

 

 

Paternoster

Quallen

 

Paternoster

Cedarberge

 

Robbenkolonie

 

Auf dem Weg nach Coffee Bay

Coffee Bay

 

 Tafelberg

 

 

 

Der Weg

Clifton

 

Goldfish-Konzert

Karoo-Halbwüste

Shosholoza von innen

Shosholoza von außen

 

 

 

 

9.1.10 17:43

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros / Website (18.1.10 21:30)
Ein frohes neues Jahr auch Dir - die Bilder sind wieder sehr schön und laden wirklich zum Reisen ein.

Gruß

Maccabros


kira (21.1.10 19:21)
WUNDERSCHÖNE bilder
echt super super toll!
freu mich wenn duw ieder da bist!

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