Anny in Südafrika

Mein neues Projekt: Hope Village

So endlich kommt auch mal wieder ein Blogbericht von mir. Das Internet funktioniert zur Zeit nicht so gut und ich schaffe es einfach nicht meinen Blog zu öffnen.

Mir gefällt es in meinem neuen Projekt Hope Village total super. Montags, Donnerstags und Freitags sind wir in dem einen Kindergarten (Amaphelo). Amaphelo ist für HIV-infizierte Kinder oder Kinder, deren Eltern/Großeltern HIV positiv sind. Es gibt Lehrer dort (oder zumindest haben sie mal ein paar Kurse gemacht), Essen, Klassenräume und einen schönen Spielplatz. Außerdem werden die Kinder von zu Hause abgeholt. Das alles wird durch Spenden finanziert.

Von vielen Kindern dort haben wir haben wir Profile angefertigt mit Fotos und ein paar Informationen. Am Ende soll für jedes Kind eine Art Patenschaft gefunden werden, so dass die Kosten in Amaphelo gedeckt werden können. Mittlerweile wurden auch schon einige Profile in die USA geschickt, wo eine amerikanische Freiwillige Spender suchen will.

Donnerstags machen wir Amaphelo „Unterricht“.  Letzte Woche haben wir so z.B. Mappen gebastelt, in denen die Kinder ihre Bilder sammeln können.  Diese und nächste Woche wollen wir Salzteigtiere machen und diese dann bemalen. Montags und Freitags machen wir keinen Unterricht, da es ja Lehrer gibt, die dies eigentlich tun sollen. An den Tagen helfen wir dann wo wir gebraucht werden.

Dieses Jahr sind ziemlich viele neue Kinder, besonders Babys, gekommen und dort wird jede Hilfe benötigt. In der Babyclass gibt es auch zwei Cousins (circa zwei Jahre alt), die zu Hause gar nicht gut behandelt werden. Sie bekommen nicht genug Essen, werden nicht gebadet oder gewickelt. Beide haben Hungerbäuche und ganz dünne Arme und Beine. Außerdem sind sie in ihrer Entwicklung ziemlich zurückgeblieben. Bei Lucas dachten wir z.B. , er könnte gar nicht laufen. Am ersten Tag saß er auch nur herum und hat uns mit seinen großen traurigen Augen angeschaut. Als Greta ihm dann die Windel gewechselt hat, hat sie entdeckt, dass dort alles aufweicht und entzündet ist. Das war wirklich nicht schön anzusehen. Als Amy dann beim Arzt war, haben wir uns gleich eine Creme für ihn verschreiben lassen. Jetzt geht es ihm auch schon viel besser. Er lacht viel und läuft fröhlich umher.

Dienstag und Mittwoch gehen wir zu Lerato, einem anderen Kindergarten, der von Hope Village unterstützt wird. Dort sieht alles noch ein bisschen anders aus. Circa 60 Kinder sind in zwei Containern untergebracht und es gibt auch keine sanitären Anlagen. Erst seit kurzem unterstützt Hope Village Lerato und so sind die Bedingungen dort noch ziemlich schlecht.

Eine ehemalige Putzfrau hat diesen Kindergarten gegründet. Da kann man sich vorstellen wieviel die Kinder lernen.  Es ist schon erstaunlich, was man dort für Krankheiten sieht. Viele Kinder haben z.B. riesige Pilze auf dem Kopf und ein Mädchen hat eine ziemlich schlimme Ohrentzündung. Auch für die Lerato-Kinder haben wir gestern angefangen, Profile zu machen. Bei den Unterlagen stand auch oft das Gehalt und die meisten haben -wenn überhaupt- 100 Euro im Monat zum Leben. Bei vielen steht aber auch nur das Kindergeld als Einkommen (das sind circa 20 Euro).

Wir versuchen in Lerato jeden Tag Unterricht zu machen, was aber gar nicht so einfach ist, da die Kinder ausschließlich Setswana/Sesotho sprechen und wir keine Materialien haben. Eine Frau dort kann ausreichend Englisch um für uns zu übersetzen. Seit drei Wochen versuchen wir ihnen nun die Zahlen bis 10 und die Farben rot und gelb beizubringen, was aber auch nur mäßigen Erfolg bringt. Ich glaube die Kinder können mit Farben überhaupt nichts anfangen und können generell die Farben nicht richtig auseinanderhalten. Länger als 15 Minuten kann man die Kinder eh nicht ruhig halten. Deshalb gehen sie dann spielen und wir versuchen es immer danach noch einmal.

Montag und Donnerstag Nachmittag besuchen wir die Kinder in den von Hope Village gebauten Häusern. Mittlerweile sind zwei Familien eingezogen mit insgesamt elf Aidswaisenkindern im Alter von 4-17 Jahren. Montags wollen wir den Kindern etwas beibrigen wie z.B. Geografie oder auch Deutsch (auf ihren Wunsch). Die Kinder kennen nämlich weder die Hauptstadt Südafrikas noch wissen sie auf welchem Kontinent sie denn leben.

Letzte Woche haben wir ein Plakat mit ganz vielen Hobbies gebastelt und sie sollten sich aussuchen was sie gerne machen wollen. DIe Kirchengemeinde von Meyer und Louise (unseren Chefs) möchte Leute finden, die mit den Kindern einmal wöchentlich etwas machen.

Letzten Donnerstag haben wir noch ein „Motivationsplakat“ entworfen, mit dem wir den Kindern beibringen wollen, das sie jetzt in die Schule gehen und lernen müssen damit sie später einen guten Beruf haben und dass es nicht so ist, dass sie arm geboren sind und auch immer so bleiben. Meyer hat auch erzählt, er möchte für diese Kinder dasselbe wie für seine eigenen und dazu gehört auch ein Studium und ein guter Beruf.

Was mir bei Hope Village gut gefällt, ist, dass die Freiwillgen als vollwärtige Mitarbeiter angesehen werden und sie auch Dinge weiterentwickeln können (z.B. Profile). Wir dürfen immer neue Vorschläge machen welche auch meistens umgesetzt werden. So haben wir letzten Wochenende mit anderen Freiwilligen aus dem Kinderheim die Container in Lerato angestrichen und es sieht dort jetzt wirklich alles viel schöner aus. Die „Leiterin“ Julia ist auch die ganze Zeit bei uns geblieben, weil sie etwas Angst um uns hatte. Am Wochenende kaufen sich nämlich erstmal alle Alkohol und sind schon um zehn Uhr morgens betrunken auf der Straße unterwegs.

Kommendes Wochenende machen wir einen Kleidermarkt, bei dem wir gespendete Kleidung ganz billig verkaufen (dadurch sollen sie ihre Sachen mehr schätzen als wenn wir sie verschenken).

Ansonsten ist hier in Potch alles gut. Wir haben schon fünf neue Freiwillige bekommen, die allerdings nicht im Kinderheim wohnen, sondern ein paar Straßen weiter. Bei mir in die Flat kommen sie immer für ein paar Tage bis dann ihr Zimmer fertig ist. Im Kinderheim wäre zwar noch genug Platz für Freiwillige, doch die Weltwärtsleute finden es besser, wenn keine Neuen mehr kommen. Diese Woche sind sie bei einem Zwischenseminar in der Inyala-Lodge, wo ich auch schon Anfang August für einen Tag war. Auch diesmal sind wir an zwei Abenden zu dem Seminar eingeladen.

Bei El Gibbor (der Hope Village Lederfabrik) habe ich mir gerade eine Tasche designen lassen. Die Mutter aus dem einen Haus hat mein Muster sogar selbst genäht.

 Lerato-Kinder im Container

 

 Greta mit zwei Kindern

 

Lerato-Nachbarn: Die Healer

 

Syabonga (einer der zwei benachteiligten Cousins)

 

Lucas und ich

 

 Shack im Township

 

Kinder aus den Häusern

 

unser gelber Käfer

 

Greta beim Streichen

 

sieht doch hübsch aus, oder ?

 

Künstler bei der Arbeit

 

2.2.10 15:57

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